Wankender Autoriese : Gläubiger schlagen Angebot von GM aus

Rückschlag für die Opel-Mutter General Motors: Gläubiger des insolvenzbedrohten US-Autobauers wollen sich nicht mit einer Beteiligung von zehn Prozent zufrieden geben.

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GM hatte sich erhofft, mit dem Tauschgeschäft einen Teil seiner Schulden loszuwerden. Den Gläubigern ist das Angebot jedoch zu wenig. "Die Inhaber von Anleihen werden als schlechte Spekulanten angesehen. Aber sie sind Investoren", sagte ihr Sprecher Nevin Reilly. Viele von ihnen hätten ihre Altervorsorge in GM investiert. Die größten Kreditgeber halten rund 27 Milliarden Dollar an ungedeckten Schulden und verlangten dafür zuletzt einen Anteil von 58 Prozent an GM.

Die US-Regierung forderte die Gläubiger erneut zu Zugeständnissen auf. Jeder müsse etwas beitragen, so auch die Kreditgeber, sagte Austan Golsbee, Wirtschaftsberater von Präsident Barack Obama. Er erklärte zudem, dass die GM gesetzte Frist bis zum 1. Juni ausgereizt werde. Aus informierten Kreisen war zu vernehmen, die Insolvenz sei noch keine ausgemachte Sache.

Der Autokonzern muss seinen Schuldenberg so weit reduzieren, dass der Konzern als überlebensfähig gilt und in den Genuss weiterer Staatshilfen kommen kann. Die US-Regierung hat GM für ein tragfähiges Konzept eine Frist bis zum 1. Juni gesetzt. Sollte der Konzern seine Überlebensfähigkeit nicht unter Beweis stellen, droht die Insolvenz.

Mit der kanadischen Autogewerkschaft erzielte der ehemals weltgrößte Autobauer unterdessen eine vorläufige Einigung, welche die laufenden Kosten des Konzerns weiter senken könnte. Bereits gestern hatte sich GM nach fieberhaften Verhandlungen mit der US-Autogewerkschaft UAW auf einen Rettungsbeitrag verständigt. Dabei geht es um eine Summe von rund 20 Milliarden US-Dollar (14,3 Milliarden Euro), die der Konzern einem Gesundheitsfonds für Ruheständler schuldet. Die Verbindlichkeiten sollen nach dem Willen von GM halbiert und in Unternehmensanteile umgeschichtet werden. Die Übereinkunft, deren Details nicht bekannt wurden, bedarf jedoch noch der Zustimmung der UAW-Mitglieder.

ZEIT ONLINE

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