Wirtschaft : Wann Steuern fällig werden

Hans W. Fröhlich

Anleger müssen nicht alle Erträge versteuern. Der Gesetzgeber hat eine Reihe von Freibeträgen festgelegt:

Sparerfreibetrag: Der wurde in diesem Jahr für Ledige auf 1370 Euro gesenkt (vorher 1550) und für Ehepaare auf 2740 Euro (vorher 3100). Zusammen mit der Werbungskostenpauschale bleiben damit 2004 insgesamt 1421 beziehungsweise 2842 Euro steuerfrei. Achtung: Wurde das gesamte Freistellungsvolumen bisher an ein einziges Kreditinstitut vergeben, erfolgt die Anpassung an die neue Höhe automatisch. Wurde der Freibetrag verteilt, muss der Sparer selbst neue Freistellungsaufträge erteilen. Wer Werbungskosten oberhalb der Pauschale nachweist, zum Beispiel für Depotgebühren, kann höhere Kapitalerträge steuerfrei kassieren. Dividenden sind nur noch zur Hälfte steuerpflichtig. Die Übertragung von Kapitalvermögen auf Kinder kann die steuerfreien Zinsen der Familie erhöhen. Dem Nachwuchs steht ein eigener Sparerfreibetrag und ein Grundfreibetrag von 7664 Euro zu. Wird der Bank eine „Nichtveranlagungsbescheinigung“ vorgelegt, gibt es Zinsen in unbegrenzter Höhe steuerfrei. Die Bescheinigung bekommt, wer dem Finanzamt nachweist, dass sein steuerpflichtiges Einkommen unterhalb des Grundfreibetrags liegt. Das betrifft viele Rentner, Kinder und Jugendliche.

Veräußerungsgewinne: Werden Aktien, Anleihen und andere Wertpapiere länger als ein Jahr gehalten, sind Gewinne aus dem Verkauf steuerfrei. Gewinne aus Wertpapierverkäufen innerhalb der Spekulationsfrist bleiben nur bis zu einer Grenze von 512 Euro im Jahr steuerfrei. Kursgewinne aus Aktienverkäufen sind aber nur zur Hälfte steuerpflichtig, damit erhöht sich für sie die Freigrenze praktisch auf 1024 Euro. Ehepaare können ihre steuerfreien Kursgewinne verdoppeln, wenn beide Partner ein Depot besitzen, oder wenn beide als Eigentümer eines Depots eingetragen sind.

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