Wirtschaft : Warburg Bank steigt bei Löbbecke ein

Verhandlungen sind in einen „fortgeschrittenen Stadium“

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Berlin (dr/mot). M.M. Warburg wird aller Voraussicht nach das Berliner Bankhaus Löbbecke übernehmen. Ein Sprecher von M.M. Warburg bestätigte dem dem Tagesspiegel, die Verhandlungen seien in einem „fortgeschrittenen Stadium“. Bei einem erfolgreichen Abschluss sei eine Übernahme noch vor Jahresende geplant. Da der LöbbeckeEigentümer Intesa eine börsennotierte Gesellschaft sei, habe man Stillschweigen über weitere Details der Verhandlungen vereinbaren müssen. Ein mögliches Engagement in Berlin kommentierte er mit Verweis auf die von M.M.Warburg in der Vergangenheit regelmäßig übernommenen kleineren Kreditinstitute. „Wir scharen eine Reihe von Tochterbanken um uns“, sagte er. Zu der Privatbank gehören das Hamburger Geldhaus Marcard, Stein, das Bankhaus Carl F. Plump in Bremen sowie Hallbaum in Hannover.

Intesa-Chef Corrado Passera hatte bereits im Frühjahr angekündigt, man wolle sich von der Berliner Privatbank trennen. Die Italiener konzentrieren sich derzeit vor allem auf den nationalen Markt, Passera räumt im Konzern auf, da gehört Löbbecke nicht mehr zum Kerngeschäft. Dies, so Branchenbeobachter, habe sich bereits in den geschäftlichen Aktivitäten von Löbbecke bemerkbar gemacht. Während das Asset Management (Vermögensverwaltung) ungestört weitergearbeitet habe und sogar ausgebaut worden sei, sei das Kreditgeschäft merklich zurückgefahren worden, heißt es aus Bankenkreisen. Bei der Rückführung der Kreditlinien seien wohl sogar Wertberichtigungen in Kauf genommen worden.

Diese frühzeitige Verkaufserklärung der Italiener habe Warburg erst auf den Plan gerufen, meinen Branchenkenner und die Verhandlungsposition der Hamburger enorm verstärkt. Es ist bereits der zweite Versuch des Hamburger Privatbankhauses, am Berliner Markt Fuß zu fassen. Löbbecke passt nun gut ins Konzept von Warburg im norddeutschen Raum mit selbstständigen Privatbanken das Geschäft auszubauen. Branchenbeobachter rechnen damit, dass auch Löbbecke selbstständig bleiben und vor allem auch der Name erhalten bleiben wird. Dies sei auch die Voraussetzung für einen weiteren Ausbau des Asset Managements. Nach dem Warburg zuletzt seinen Schwerpunkt auf den norddeutschen Raum gelegt hat, scheint die Zukunft des Stammhauses von Löbbecke in Berlin sowie Braunschweig gesichert. Spekuliert wird hingegen über die Filiale in München. Aus der bayerischen Landeshauptstadt hatte sich Warburg zurückgezogen.

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