Warenhäuser : Traditionsname Hertie wird wiederbelebt

Britische Investoren wollen nach der Übernahme von 74 ehemaligen Warenhäusern des Karstadt-Quelle-Konzerns unter dem Traditionsnamen Hertie einen neuen Warenhauskonzern in Deutschland etablieren.

Düsseldorf - "Wir wollen ein neuer Partner im deutschen Warenhausgeschäft werden", kündigte Ralf Dettmer von der Geschäftsführung an. Seit der Übernahme Ende 2005 hatten die Warenhäuser noch unter dem Namen "Karstadt Kompakt" firmiert.

Zusammen mit den vorwiegend in kleinen und mittleren deutschen Städten angesiedelten Warenhäusern hatten die Investoren von Karstadt-Quelle auch die Rechte an dem mehr als 100 Jahre alten Namen Hertie übernommen. Die zum 1. März dieses Jahres geplante Umbenennung der bisherigen Karstadt-Kompakt-Warenhäuser in Hertie-Filialen will sich das Unternehmen einen zweistelligen Millionenbetrag kosten lassen.

Expansion auch ins Ausland

"Wir wollen wachsen und suchen nach neuen Standorten", sagte der Vorsitzende der Karstadt-Kompakt-Geschäftsführung Kay Hafner. Dabei wolle das neue Warenhausunternehmen auch vor Ort Marktanteile dazugewinnen. Neben dem ehemaligen Mutterkonzern Karstadt-Quelle zählt das Unternehmen in Deutschland Kaufhof und Woolworth zu seinen Konkurrenten. Mittelfristig gehöre auch eine Expansion in das europäische Ausland unter dem Namen Hertie zu den möglichen Perspektiven des Unternehmens, sagte Hafner.

Die auf Immobilien spezialisierten britischen Investoren Hilco und Dawnay, Day hatten die 74 kleinen Warenhäuser Ende 2005 im Zuge der Sanierung des in eine Krise geratenen Karstadt-Quelle-Konzerns übernommen. Ende vergangenen Jahres hatte die Dawnay, Day-Gruppe ihren Anteil auf 85 Prozent aufgestockt. Die restlichen Anteile werden derzeit von zwei britischen Privatinvestoren gehalten.

"Wir sind im Plan"

Auf Grund eines auslaufenden Mietvertrags für ein Warenhaus in Hamburg, der nicht habe verlängert werden können, werde sich die Zahl der Warenhäuser im Frühjahr 2007 jedoch zunächst noch um ein Haus auf 73 reduzieren, kündigte Hafner an. Die Beschäftigtenzahl werde dann um rund 100 auf 4700 abnehmen. Zu Umsatz und Ergebnis wollte das Unternehmen keine Angaben machen. Für die ersten Monate des zum 1.9. 2006 angelaufenen Geschäftsjahres sei das Unternehmen nach einem guten Weihnachtsgeschäft jedoch "zufrieden". "Wir sind im Plan", sagte Hafner.

Umfragen hätten für den Namen Hertie einen hohen Bekanntheitsgrad von 80 Prozent in der Zielgruppe des Unternehmens im Alter von über 35 Jahren ergeben. Das letzte noch unter der Regie des Karstadt-Quelle-Konzerns verbliebene Hertie-Warenhaus in München werde noch in diesem Jahr den Namen ablegen. Das 1882 mit dem Kapital seines Onkels Hermann Tietz (Her-Tie) von Oskar Tietz eröffnete Warenhausunternehmen war 1993 von Karstadt gekauft worden. (tso/dpa)

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