Warenhaus : Karstadt zahlt wieder Weihnachtsgeld

Sanierung von Karstadt zeigt erste Erfolge: Mitarbeiter dürfen sich auf Weihnachtsgeld freuen.

Karstadt-Filiale in Dessau: Durch neue Konzepte soll Stammkundschaft zurückgewonnen werden.
Karstadt-Filiale in Dessau: Durch neue Konzepte soll Stammkundschaft zurückgewonnen werden.Foto: dpa

Der traditionsreiche deutsche Warenhauskonzern Karstadt befindet sich nach vielen Jahren der Sanierung offensichtlich auf dem Weg der Besserung. In einem Schreiben des Vorstands an die Mitarbeiter, kündigte das Unternehmen an, allen Beschäftigten wieder Weihnachtsgeld auszuzahlen. In den letzten Jahren musste ein Großteil der Belegschaft von Karstadt teils schmerzhafte Lohneinbußen verkraften. Wie der Vorstadt weiter schreibt, sei das Weihnachtsgeld im ursprünglichen Sanierungsplan nicht vorgesehen gewesen, aber "ein großes Dankeschön" für ein verbessertes Ergebnis im abgelaufenen Geschäftsjahr. Arbeitnehmervertreter begrüßten vor einer Aufsichtsratssitzung am Morgen in Essen den Schritt. Die Zahlung des Weihnachtsgelds sei "ein gutes Zeichen", sagte Gesamtbetriebsratschef Jürgen Ettl. Auf diesem Weg würden auch die Beschäftigten an den Erfolgen beteiligt. Der Gewerkschaft Verdi zufolge führte auch der Druck der Beschäftigten zu der Entscheidung für die Sonderzahlung.


Geschäftsjahr endet mit Millionenplus


Karstadt-Chef Stephan Fanderl zufolge schrieb Karstadt im abgelaufenen Geschäftsjahr operativ bereits wieder schwarze Zahlen: "Wir verdienen an den Ladenkassen wieder Geld und sind einen zweistelligen Millionenbetrag im Plus", sagte er in einem Interview. Das Geschäftsjahr 2014/2015 lief bis Ende September. Im Vorjahr hatte der Kaufhof-Konkurrent unter dem Strich noch rund 190 Millionen Euro Verlust geschrieben. Der österreichische Immobilien-Investor Rene Benko hatte Karstadt 2014 übernommen und zunächst den Rotstift angesetzt. Warenhäuser in Stuttgart und Hamburg wurden bereits geschlossen, weitere Filialen in Neumünster, Recklinghausen und Bottrop folgen. Über 2000 Mitarbeiter mussten gehen. Zudem hat Fanderl den Markendschungel im Sortiment gelichtet und setzt verstärkt auf eine lokale Ausrichtung der Warenhäuser. (Reuters, dam)

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