Wirtschaft : Warentester wollen schneller sein

Stiftung setzt aufs Internet und mehr Aktualität

Berlin - Die Stiftung Warentest hat im vergangenen Jahr erneut weniger Hefte verkauft. Bei der Zeitschrift „Test“ setzte sich der Rückgang der Abonnements fort, verlangsamte sich aber, wie die Stiftung am Donnerstag in Berlin bekanntgab. Bis Ende 2007 wurden 446 000 Hefte ins Haus geliefert, ein Jahr zuvor waren es noch 458 000. Im Einzelhandel sank der Verkauf von 101 000 auf 92 000 Exemplare. Bei „Finanztest“ gelang es aber erstmals in sechs Jahren, die Zahl der Abo-Kunden leicht auf 206 000 zu steigern. Der Verkauf am Kiosk sank dagegen leicht um 900 Hefte auf 64 000 im Schnitt.

Als Reaktion will die Stiftung ihr Internet-Geschäft ausbauen und die Tests für die Verbraucher deutlich aktueller anbieten. „Wir testen zunehmend nicht mehr alle ein, zwei Jahre ein Produkt, sondern wir testen laufend und veröffentlichen die Ergebnisse sofort“, sagte der Vorsitzende Werner Brinkmann bei der Vorstellung der Jahresbilanz. Er verwies auf bestehende Produktdatenbanken zu Fernsehern, Digitalkameras und Investmentfonds, die von den Kunden gut genutzt würden. Die Erlöse durch kostenpflichtige Inhalte stiegen 2007 leicht von 1,33 Millionen auf 1,39 Millionen Euro.

Insgesamt sank der Gewinn der Stiftung 2007 von 2,53 Millionen Euro auf rund 2,03 Millionen. Die Stifterin, das Bundesverbraucherministerum, hatte im vorigen Jahr die Zuwendungen um 500 000 Euro auf sechs Millionen Euro gekürzt. Die Anzahl der Tests blieb mit 178 konstant, die Zahl der getesteten Produkte sank indes leicht von 2301 im Jahr 2006 auf 2157.

Im April hatte die Stiftung alle Logos und Siegel neu gestalten lassen, was laut Brinkmann „mehrere Hunderttausend Euro“ gekostet hat. Er zeigte sich mit dem Ergebnis zufrieden. Zwar gab es Kritik einiger Kunden, allerdings habe sich diese nicht negativ bei den Verkaufszahlen bemerkbar gemacht. kph

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