Warnstreik : Berlins Easyjet-Personal will mitbestimmen

Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi erhöht mit einem Warnstreik am Flughafen Schönefeld den Druck auf den britischen Billigflieger Easyjet. E

Rainer W. During
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Warten in Schönefeld. Der Streik verzögerte die Flüge um zwei Stunden. Foto: dpadpa-Zentralbild

Berlin -  50 Mitarbeiter der Airline beteiligten sich am Donnerstag am Flughafen Berlin-Schönefeld an einem Warnstreik. Sie fordern den Abschluss eines Mitbestimmungstarifvertrags als Voraussetzung zur Gründung eines Betriebsrates für die insgesamt rund 300 Beschäftigten am Standort. Um ihrer Forderung Nachdruck zu verleihen, blockierten die Mitarbeiter die frühen Flüge zwischen 5.30 Uhr und 7.30 Uhr nach Basel, Kopenhagen, Rom, London, Neapel und Madrid, die dann mit etwa zweistündigen Verspätungen abhoben. Wegen der entsprechend verspäteten Rückkehr der Maschinen kam es auch während des restlichen Tages noch zu Verzögerungen. Die Bodenabfertigung ist an das Dienstleistungsunternehmen GlobeGround Berlin ausgelagert.

Das Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg hatte jüngst geurteilt, dass für die im Flugbetrieb beschäftigten Arbeitnehmer eine Vertretung nur durch Tarifvertrag erreicht werden kann. Easyjet habe zuvor nicht auf die Aufforderung zur Aufnahme entsprechender Verhandlungen reagiert, begründete Verdi-Sekretär Holger Rößler die Streikaktion. Am Donnerstag fand allerdings nach dem Streik ein Gespräch mit dem Personalvorstand der Fluggesellschaft statt. Zu einer Verständigung kam es dabei laut Rößler aber nicht. Bis spätestens kommenden Montag wolle sich Easyjet nun zu den Forderungen der Gewerkschaft und der Arbeitnehmer äußern. Von der Antwort werde abhängen, ob es im Vorweihnachtsverkehr noch zu weiteren Streikaktionen kommt, sagte der Gewerkschaftsvertreter.

Easyjet-Sprecher Oliver Aust bezeichnete den Warnstreik als „unverständlich“ und „enttäuschend“, da man längst im Gespräch sei. In Italien, Frankreich, Spanien und der Schweiz, wo die Fluggesellschaft ebenfalls große Flugbasen unterhalte, gebe es für das Personal bereits Tarifverträge nach nationalem Recht. Gleiches werde auch für Deutschland angestrebt. Dies sei Teil der Firmenstrategie, erklärte Aust. Mitarbeiter und Unternehmen hätten also im Prinzip das gleiche Ziel, und bei den laufenden Gesprächen gehe es nur um die Festlegung der Details. Rainer W. During

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