Warnstreiks : 800 Duisburger Stahlkocher im Ausstand

Mit einer Protestkundgebung vor dem ThyssenKrupp-Werk im Duisburger Süden hat die IG Metall eine Serie von Warnstreiks an deutschen Stahlstandorten eingeleitet.

Duisburg - Nach Gewerkschaftsangaben versammelten sich rund 800 Stahlkocher aus fünf Duisburger Betrieben vor dem Werkstor, um der Forderung nach sieben Prozent mehr Lohn in der laufenden Tarifrunde Nachdruck zu verleihen. IG-Metall-Verhandlungsführer Detlef Wetzel zeigte sich vor den Kundgebungsteilnehmern überzeugt, die Tarifrunde werde "alles andere als ein Spaziergang". Die bisherige Arbeitgeber-Offerte sei "noch deutlich" zu niedrig.

Die Stahl-Arbeitgeber hatten bei den Verhandlungen für die rund 85.000 Mitarbeiter der Eisen- und Stahlindustrie in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Bremen zuletzt drei Prozent mehr Lohn bei einer Tarifvertragslaufzeit von 19 Monaten angeboten. Außerdem sollen die Beschäftigten eine Einmalzahlung von 500 Euro erhalten. Die IG Metall fordert dagegen sieben Prozent mehr Gehalt bei einer Vertragslaufzeit von zwölf Monaten. Zusätzlich will die Gewerkschaft eine neue Tarifvereinbarung "Perspektive für Beschäftigung und altersgerechtes Arbeiten" abschließen.

Weitere Proteste geplant

Wetzel kritisierte, die Stahl-Arbeitgeber wollten die Produktivitätssteigerung und die "außerordentlich guten Gewinne" der Branche für sich allein behalten. Die IG Metall sei zwar "bereit für eine schnelle Verhandlungslösung". "Doch dazu müssen die Arbeitgeber sich noch einen heftigen Ruck geben." Die nächste Verhandlungsrunde findet am Donnerstag in Essen statt.

Die Gewerkschaft will die Proteste in der Stahlbranche in der kommenden Woche deutlich ausweiten. Am Montag sind Warnstreiks in Witten, Düsseldorf und Bochum geplant, am Dienstag unter anderem im Duisburger Norden, in Salzgitter, Dortmund, Düsseldorf und Leverkusen. Weitere Protestaktionen und Kundgebungen sollen bis zum kommenden Donnerstag unter anderem in Bremen, Krefeld, Peine, Mülheim/Ruhr und Siegen stattfinden. Die Friedenspflicht in der Branche war Ende August abgelaufen. (tso/AFP)

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