Wirtschaft : Warnstreiks bei Berliner Banken

NAME

   Berlin (dpa). Im Tarifstreit des Bankgewerbes hat die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi am Freitag ihre Warnstreiks auf Berlin ausgeweitet. Rund 1000 Beschäftigte legten nach Angaben der Gewerkschaft in sechs Betrieben kurzzeitig die Arbeit nieder. Nach einer Kundgebung am Morgen auf dem Potsdamer Platz zogen sie zum Haus des Arbeitgeberverbandes und überreichten eine Protestnote. „Die bundesweiten Warnstreiks haben schon Wirkung gezeigt“, sagte der Verdi-Sprecher für Berlin-Brandenburg, Andreas Splanemann. Er bezog sich auf das kurz zuvor bekannt gewordene Angebot der deutschen Bankarbeitgeber für ein Sondierungsgespräch am 11. Juli. In Berlin arbeiten rund 30 000 Beschäftigte in 20 Banken.

In dem Sondierungsgespräch sollen zentrale Konfliktthemen sowie ein eventueller Verhandlungstermin ausgelotet werden. „Das sind erste positive Signale“, sagte Splanemann. Die laufende Urabstimmung für den Landesbezirk sollte noch am Freitag abgeschlossen werden. Ihr Ergebnis werde am kommenden Montag bekannt gegeben.

Verdi fordert für die bundesweit 460 000 Beschäftigten in privaten Banken, den Genossenschaftsbanken sowie in den öffentlich-rechtlichen Landesbanken 6,5 Prozent mehr Lohn. Die Arbeitgeber hatten eine freiwillige Erhöhung um 3,1 Prozent mit dem Juli-Gehalt angekündigt. Sie gehen davon aus, dass diese Empfehlung auch umgesetzt wird. Die Arbeitgeber wollen vor allem Öffnungsklauseln mit der Möglichkeit erfolgsbezogener Tarifgehälter im Vertrieb sowie Härtefallklauseln für betriebliche Vereinbarungen in Instituten mit Problemen.

An dem Vorhaben der Arbeitgeber, Teile der Gehälter leistungsabhängig zu machen, hatte sich der Tarifstreit entzündet. In den Vertriebsabteilungen sollen die Einkommen auf 65 Prozent sinken, den Rest wollen die Banken nach Erfolgskriterien zahlen.

0 Kommentare

Neuester Kommentar