Wirtschaft : Warnung: 20 000 Jobs in deutschen Stadtwerken sind gefährdet

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Die Gewerkschaft ÖTV hat vor einem Scheitern der Gespräche über eine Quote für die Energiegewinnung aus Anlagen der Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) gewarnt. "Wenn die Quote nicht kommt, werden in den nächsten zehn Jahren bis zu 20 000 Arbeitsplätze wegfallen", sagte der für Energiepolitik zuständige ÖTV-Vorstand Erhard Ott dem Handelsblatt. Derzeit sind bundesweit rund 50 000 bis 60 000 Beschäftigte in der kommunalen Stromerzeugung tätig, davon etwa 30 000 in den Stadtwerken, die Strom aus KWK-Anlagen gewinnen. Ott richtete scharfe Kritik an die Adresse der großen privaten Energieversorger. Diese verfolgten eine Verzögerungsstrategie. Statt im Rahmen ihrer angekündigten Selbstverpflichtung von vornherein definitive Zahlen zur Verminderung des Ausstoßes von Kohlendioxid vorzulegen, hätten sie nachgebessert. "Dieses Vorgehen der Unternehmen ist absolut ärgerlich."

RWE, HEW, Eon, Ruhrgas, EnBW und Veag wollen bei dem heutigen Spitzengespräch mit Bundeswirtschaftsminister Werner Müller, dem Bundesumweltministerium, den Regierungsfraktionen SPD und Grüne sowie den Gewerkschaften überarbeitete Vorschläge zur CO2

Minderung unterbreiten. Wenn nunmehr die Emissionen durch Neubau und Modernisierung von KWK-Anlagen bis zum Jahr 2010 um 18 Millionen Tonnen gesenkt werden sollten, fehlten immer noch fünf Millionen Tonnen an den von der Bundesregierung in ihrem Klimaschutzprogramm angestrebten 23 Millionen Tonnen, sagte Ott. Dabei seien mögliche Doppelzählungen durch Modernisierungen oder Stilllegungen noch gar nicht mitgezählt. "Eine belastbare CO2

Minderung ist nicht erkennbar." Das ÖTV-Vorstandsmitglied forderte, dass nun zügig eine Einigung über die eigentlich schon für Ende des letzten Jahres angestrebte gesetzliche Grundlage für eine KWK-Quote gefunden werden müsse.

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