Wirtschaft : Warren Buffet: Zinsen sind überbewertet

pga

Auch wenn alle Welt über Zinssenkungen in Europa und den USA spricht - der erfolgreiche Großaktionär Warren Buffett aus dem US-Provinzstädtchen Omaha sieht es gelassen. "Zinsentscheidungen werden in ihrer Bedeutung für die Volkswirtschaft und die Finanzmärkte überbewertet", sagte der 70-jährige Milliardär während seiner Europareise. Zinsen seien zwar wichtig, aber nicht die einzige bedeutende Variable, die die Entwicklung der Wirtschaft bestimme. Deshalb könne man auch nicht sagen, wie sich die Märkte nach einem US-Zinsschritt um 50 oder 75 Basispunkte entwickeln werden. "Mehr als ein kurzer psychologischer Effekt ist nicht drin", so Buffett. Zinsen würden gesenkt, wenn sich das Wirtschaftswachstum verlangsamt, stellte der kauzige Alte lapidar fest.

Auch bei der Bewertung der Aktienmärkte macht es sich der Mann, der seinen Reichtum der Börse verdankt, recht einfach. Wie es weitergeht, wisse er nicht. Darüber denke er auch nicht so stark nach, weil er langfristig orientiert sei. Bei seinen Anlageentscheidungen interessiert ihn die Bewertung eines Unternehmens. Hält er es am Markt für unterbewertet und versteht er die Geschäftsidee, greift er zu.

Das klingt leicht, aber der Erfolg gibt dem Großinvestor Recht: Im vergangenen Jahr hat Buffett sein Vermögen um zwölf Milliarden US-Dollar gesteigert. Die Aktie der Holdinggesellschaft Berkshire Hathaway legte um mehr als 70 Prozent zu. Von der Berkshire-Zentrale in Omaha aus steuert der Multi-Milliardär sein Imperium, das sich angefangen von Versicherungen über Möbel- und Schmuckhändler bis hin zum Flugzeugverleih aus einem bunten Sammelsurium zusammensetzt. Kaufentscheidungen fallen Buffett nach eigenen Angaben in älteren Industrien leichter, da sich dort bereits die Marktführer herauskristallisiert hätten. Und leichte Entscheidungen honoriere die Börse.

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