Wirtschaft : Warum die Tarife steigen

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Gas kann in der Regel nur durch feste Leitungen transportiert werden. Die Verflüssigung und der Einsatz von Tankern ist aufwendig und vergleichsweise teuer. Produzenten und Abnehmer sind daher langfristig aneinander gebunden, kurzfristige Anbieterwechsel sind ausgeschlossen. Ein freier Markt wie beim Öl ist kaum möglich, die Preise können sich nicht nach Angebot und Nachfrage entwickeln.

DIE VERTRÄGE

Die Produzenten – zum Beispiel in Russland – und die großen deutschen Gasimporteure haben sich daher auf eine Ölpreisbindung verständigt. Diese besagt, dass sich der Gaspreis mit einem halben Jahr Verzögerung nach der Entwicklung des Ölpreises richtet. Weil dieser nicht vorhersehbar ist, haben beide Seiten einen Vorteil: die Produzenten bei steigendem Ölpreis, die Abnehmer bei sinkendem.

DIE VERBRAUCHER

Die großen Importeure wie Wintershall oder Eon Ruhrgas verkaufen ihr Gas dann an die örtlichen Versorger wie die Gasag in Berlin weiter. Die sind wiederum für die Belieferung der Endkunden zuständig. Und natürlich geben alle Beteiligten mögliche Preissteigerungen weiter. Ob allerdings die Erhöhungen an der letzten Stufe, also beim Verbraucher, noch angemessen sind, ist derzeit heftig umstritten. awm

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