Wirtschaft : Warum Sie jetzt Kohl essen sollten

Gemüse aus der Region, Obst je nach Saison – wie man sich gesund ernährt

Cornelia Wagner

Sind unsere Lebensmittel gesund?

Jeder vierte Deutsche ist der Meinung, dass sich die Lebensmittelsicherheit in den letzten 20 Jahren verschlechtert hat, jeder Dritte befürchtet, Nahrungsmittel gefährden seine Gesundheit. Schadstoffe wie Pestizide werden dabei als größte Gefahr gesehen. Stimmt das? „Hundertprozentig frei von Schadstoffen können Lebensmittel nicht sein“, sagt Antje Gahl von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung. „Aber sicher sind sie schon. Alles, was auf den deutschen Markt kommt, wird kontrolliert und unterliegt gesetzlichen Richtwerten.“ Aus Sicht von Lebensmittelexperten stellt falsches Essverhalten ein viel größeres Risiko dar als die Nahrung selbst. Eine unausgewogene Ernährung kann auf Dauer ernste Krankheiten verursachen. Ebenso führt ein falscher Umgang mit Lebensmitteln nicht selten zu Vergiftungen oder Infektionen.

Welches Obst und Gemüse ist sicher?

Beim Kauf von Obst und Gemüse ist es wichtig, sich an der Saison zu orientieren. So sollten im Winter vor allem Kohl- und Feldsalate, Möhren, Kartoffeln und Rettich auf dem Speiseplan stehen. Sie kommen frisch auf den Markt und haben kurze Transportwege hinter sich. Produkte, die eine lange Fahrt überstehen müssen, sind meistens behandelt. „Daher sollte einheimisches Obst und Gemüse bevorzugt werden“, sagt Britta Klein vom AID Infodienst für Ernährung, Verbraucher und Landwirtschaft. „Für Produkte, die saisonal gerade nicht am Markt sind, bilden Tiefkühlprodukte eine gute Alternative.“ Die werden frisch verarbeitet und haben einen hohen Nährstoffgehalt.

Von Obst und Gemüse wie Weintrauben, Erdbeeren oder Paprika, bei dem bekannt ist, dass es stärker belastet ist, sollte nicht zu viel auf einmal gegessen werden.

Was muss bei der Zubereitung beachtet werden?

„Alles, was man putzen, waschen und schälen kann, sollte auch geputzt, gewaschen und geschält werden“, sagt Britta Klein. „Auf scharfes Anbraten und Grillen verzichten und dafür lieber sanft garen, dünsten und dämpfen.“ Das erhält nicht nur die Vitamine, sondern vermeidet auch die Entstehung von Schadstoffen wie Acrylamid.

Ist teurer auch gleich sicherer?

„Nein, das kann man nicht sagen“, meint Veronika Wrobel von der Verbraucherzentrale Brandenburg. „Preiswerte Produkte sind genauso sicher wie teure. Man sollte aber immer beim Händler nachfragen, woher das Produkt kommt. Das gilt besonders für Fleisch.“

Sind Bio-Produkte gesünder?

„Aus ernährungswissenschaftlicher Sicht unterscheiden sich Bio-Produkte nicht von konservativen Produkten“, sagt Gahl. Aber: Bio-Produkte sind in der Regel frei von Pflanzenschutzrückständen. „Für alle, die richtig sichergehen wollen, empfehle ich Bio“, sagt Klein. „Und da lohnt es sich, auch mal ein bisschen mehr zu zahlen.“

Welche Siegel gibt es, was bedeuten sie?

Das Bio-Siegel gibt als Dachzertifikat dem Verbraucher die eindeutige Information: Wo Bio draufsteht, ist auch Bio drin. Bio heißt, dass nach den Kriterien der europäischen Öko-Verordnung beim Anbau auf chemische Pflanzenschutzmittel und Gentechnik verzichtet wird. Die Tiere erhalten hauptsächlich biologisch angebautes Futter und müssen die Möglichkeit zum Auslauf haben. Neben dem Symbol erkennt man Bio-Produkte auch an der Kontrollnummer. Diese sieht folgendermaßen aus: DE-=XX-Öko-Kontrollstelle.

In den 70er Jahren wurden die Richtlinien zum Siegel Bioland erstellt. Auf chemische Pflanzenschutzmittel wird hier verzichtet. Eine artgerechte Tierhaltung ermöglicht den Tieren Zugang zu Auslaufflächen oder Weiden. Das Demeter-Warenzeichen für Produkte aus so genannter biologisch-dynamischer Wirtschaftsweise wurde bereits 1928 eingeführt. Dabei wird auf chemische Pflanzenschutzmittel verzichtet. Die Tiere werden artgerecht im Stall oder auf Wiesen gehalten. Das Siegel Naturland steht für eine naturgemäße Wirtschaftsweise. Es wird ökologischer Landbau betrieben und auf Gentechnik verzichtet. Die Laufställe verfügen über ausreichend Liege- und Bewegungsflächen, die Tiere müssen Zugang zum Freien haben.

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