Wirtschaft : Was Anleger jetzt nicht tun dürfen

Berlin - Verbraucherschützer warnen Anleger vor Panikverkäufen. „Eine klassische kapitalbildende Lebensversicherung jetzt zu verkaufen, wäre völlig unsinnig“, meint Dorothea Mohn, Anlageexpertin beim Bundesverband der Verbraucherzentralen (VZBV). Die mit einem Verkauf verbundenen Verluste wären viel zu hoch. Außerdem gibt es keinen Handlungsdruck. Denn selbst bei einer Pleite des Versicherers würden die garantierten Leistungen weitergezahlt – von der Auffanggesellschaft Protektor. Ob man aus einer fondsgebundenen Lebensversicherung aussteigen soll, die durch die Kursstürze an den Börsen stärker in Mitleidenschaft gezogen sind, sollte man im Einzelfall ausrechnen lassen, rät Mohn. Das übernehmen die Verbraucherzentralen (VZ).

Der Finanzexperte der VZ Berlin, Peter Lischke, warnt vor Panik. Viele Bürger wenden sich derzeit besorgt an die Verbraucherzentrale. „Man sollte niemals aus Panik alles verkaufen“, warnt der Verbraucherschützer. Allerdings sei die Krise eine Chance, das Depot kritisch zu überprüfen. „Wenn eine Anlage schon seit Jahren keine Gewinne gemacht hat, sollte man die Verluste nicht aussitzen, sondern jetzt verkaufen“, meint Lischke.

Sichere Anlagen sollten dagegen keinesfalls der Krise geopfert werden. Dazu zählen etwa Riester-Verträge, betont die Stiftung Warentest. Auch Pfandbriefe sind nach wie vor sicher, betonen die Verbraucherschützer. Sie hätten erstklassige Sicherheiten, die auch dann weiter bestehen, wenn die Hypothekenbank pleitegehen sollte.

Genauer hinschauen sollte man dagegen bei Produkten, die nicht von der deutschen Einlagensicherung geschützt sind, meint Peter Lischke von der VZ. Das betrifft etwa Zertifikate. Und auch die Kreditinstitute, die nur unter die gesetzliche Einlagensicherung fallen, sind heikel, wenn man mehr als 20 000 Euro bei ihnen angelegt hat. hej

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