Wirtschaft : Was das Steak zum Brutzeln bringt

Noch verkaufen sich Holzkohlegrills am besten – doch individuell gestaltete Grillkamine sind im Kommen

Uli Oberndorfer

Welcher Grill ist für die Wurst am besten? Welcher Bratrost passt auf den Balkon oder beeindruckt im Garten die Nachbarn am meisten? In einem sind sich die Grillfans einig: Ein Elektrogrill darf es nicht sein. Der hat zwar dafür gesorgt, dass mittlerweile zu jeder Jahreszeit Fleisch auf den Rost gelegt wird. Doch neben dem Lagerfeuer-Feeling geht dabei auch der typische Grillgeschmack verloren.

Ganz oben in der Gunst der Griller steht immer noch der Holzkohlegrill, dessen billigste Varianten schon für gut zehn Euro zu haben sind. „Der Holzkohlegrill hat einen Anteil von etwa 80 Prozent am Gesamtumsatz mit Grills“, sagt Thomas Storm von der Baumarktgruppe Praktiker. Es gibt den Holzkohlegrill als Säule, Kugel, Wagen oder mit schwenkbarem Rost. Voll im Trend liegen Standsäulengrills und Edelstahlgeräte. Wer außerhalb der Ladenöffnungszeiten einen Grill kaufen will, fährt zur Tankstelle. Aral und BP bieten diesen Sommer je ein Modell an, bei Esso gibt es sogar zwei bis drei verschiedene Grills.

Zu den gängigen Holzkohlegrills gibt es reichlich Alternativen. Nicht nur Besitzer von Imbissbuden, sondern auch Barbecuefans haben den Nutzen von Gastrobrätern erkannt. Diese gibt es schon für weniger als 100 Euro und sind an Geschwindigkeit im Braten nicht zu überbieten. Die Käufer können zwischen ein- und mehrflammigen Varianten der Gastrobräter wählen.

Immer beliebter werden Grillkamine und Terrassenöfen, die für ein besonderes Ambiente sorgen sollen. Vor wenigen Jahren kamen die so genannten Aztekenöfen für 40 bis 200 Euro in Mode. Und wer auf solch imposante Grills steht, kann sich auch direkt an einen Kaminbauer wenden. „Wir bieten etwa 120 Fertigmodelle an, bauen aber auch Grills nach individuellen Wünschen“, sagt Erik Passow, Chef der Berliner Masuch GmbH. Ein bisschen mehr als im Baumarkt müssen die Grillfreaks beim Kaminbauer schon investieren. Frei gestaltete Grills kosten zwischen 500 und 5000 Euro – dafür steht dann ein echtes Unikat im Garten. Etwa zwei Wochen nach der Bestellung ist das Prachtstück einsatzbereit.

Neu im Trend liegt in dieser Saison der Gasgrill für 90 bis 260 Euro. „Wer einmal einen Gasgrill benutzt hat, der nimmt keinen anderen mehr“, meint Praktiker-Mitarbeiter Storm. Die Vorteile liegen auf der Hand. Die Modelle erhitzen Lava- oder Keramiksteine, und die geben die Hitze weiter. Damit sind Gasgrills schneller einsatzbereit und gesundheitsfreundlicher als Holzkohlegrills. Obi-Mitarbeiter Thomas Albers warnt jedoch vor Lavasteinen. „Sie saugen das abtropfende Fett auf, sind nach mehrmaligem Grillen stark verunreinigt und schwer zu reinigen.“ Kermamiksteine dagegen werden sogar im Geschirrspüler wieder sauber. Warum kaufen die Deutschen dann immer noch Holzkohlegrills? „Die Kunden haben Angst vor dem Grillen mit Gas“, sagt Albers. Und das vor allem in Deutschland. In der Schweiz zum Beispiel hat sich der Gasgrill längst durchgesetzt.

Für Angsthasen, Gelegenheitsgriller oder Freunde von Wegwerf-Artikeln bieten Baumärkte noch eine praktische Alternative an: den Einweggrill für ein paar Euro. Nach dem Essen muss kein Rost gereinigt werden, die Aluschale fliegt einfach in den Müll.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben