Wirtschaft : Was den Nachfolger erwartet

-

Michael Diekmann steht für Kontinuität. Der Nachfolger des mächtigen AllianzChefs Henning Schulte-Noelle ist ein Allianz-Gewächs wie sein Vorgänger. Dem größten europäischen Versicherungskonzern droht mit dem Chefwechsel deshalb auch keine Revolution. Diekmann ist wie sein Vorgänger bei Amtsantritt 48 Jahre alt, wie Schulte-Noelle damals auch in der Öffentlichkeit relativ unbekannt und hat selbst einmal Policen im Wohnzimmer an den Mann oder an die Frau gebracht. Seit 1988 arbeitet der gebürtige Bielefelder in verschiedenen Positionen bei der Allianz, seit fünf Jahren gehört er zum Konzernvorstand.

Als Schulte-Noelle (60) im Dezember unerwartet seinen Rücktritt erklärte, war die Unruhe im Konzern zunächst groß. Denn die Börsenturbulenzen und die Übernahme der Dresdner Bank hatten die Allianz in eine schwere Krise gestürzt. Doch und zugleich präsentierte er Michael Diekmann als seinen Nachfolger. Diese Wahl wurde von den Beschäftigten mit Erleichterung aufgenommen. Denn die Allianz ist in erster Linie immer noch ein Versicherungsunternehmen – und dafür scheint ihnen Diekmann der Garant zu sein. Rückhalt im weit verzweigten Finanzkonzern hat Diekmann schon aus einem anderen Grund: Neben dem Amerika-Geschäft verantwortete der Jurist zuletzt das Personalmanagement. Das dürfte ihm das notwendige Netzwerk für turbulente Zeiten verschaffen.

Schulte-Noelle hinterlässt seinem Nachfolger gleich mehrere Baustellen im Konzern, von denen die Dresdner Bank wohl die größte ist. In Finanzkreisen heißt es, Diekmann sei gegen den Einstieg bei dem Frankfurter Institut gewesen. Der designierte Allianz-Chef hat bereits angedeutet, wie er sich die Zukunft des angeschlagenen Bankhauses vorstellen könnte. Das Privat- und Firmenkundengeschäft soll offenbar eine besondere Rolle spielen. Den Chefsessel der Dresdner hat Diekmann jedenfalls mit dem Vertriebsfachmann Bernd Walter schon mal neu besetzt. fo

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben