Wirtschaft : Was der Elektromotor kann und wo er drinsteckt

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Hybrid steht für die Kombination von zwei verschiedenen eigenständigen Systemen: Verbrennungsmotor und Elektromotor. Zu einem Mischsystem vereinigt entwickeln sie ganz neue Eigenschaften, so kann zum Beispiel der Spritverbrauch sinken. Denn immer, wenn ein Auto gebremst wird, wird Bewegungsenergie durch Reibung in Wärme umgesetzt und geht verloren. Das lässt sich vermeiden, wenn man ein Auto elektrisch mit einem Generator bremst , der aus der Bewegungsenergie Strom erzeugt. Speichert man diesen in einer Batterie, kann man ihn im Elektromotor eines Hybridautos nutzen – beim Anfahren oder auch beim Beschleunigen.

Beim Fahren in Ballungsgebieten , wo ständig gebremst und beschleunigt wird, lässt sich auf diesem Weg spürbar Kraftstoff einsparen. Das funktioniert allerdings nicht mehr, wenn man auf freier Autobahn ungehindert geradeaus fährt.

Doch moderne Hybridautos können mehr: Durch raffinierte Steuerungen und Getriebe kann man dafür sorgen, dass der Verbrennungsmotor bevorzugt in Betriebsbereichen mit besonders hohem Wirkungsgrad läuft. Nicht für den Antrieb benötigte Energie kann als Strom gespeichert oder der Motor nur zum Laden der Batterie oder zum Antrieb der Elektromotoren genutzt werden. So lässt sich der Verbrauch bei Hybridautos bis zu 25 Prozent senken . Ein eindrucksvolles Beispiel dafür ist der auch in Deutschland angebotene Lexus RX 400h . Mit einem leistungsstarken V6-Benzinmotor und zwei Elektromotoren erreicht er den für ein solch schweres Auto vergleichsweise niedrigen Normverbrauch von 8,1 Litern pro 100 Kilometer. Der am weitesten verbreitete Hybridwagen ist der Toyota Prius . Er kann dank seines vergleichsweise großen Elektromotors für einige Kilometer auch rein elektrisch und damit völlig emissionsfrei fahren und verbraucht 4,3 Liter, was 104 Gramm Kohlendioxid pro Kilometer entspricht. 4,6 Liter erreicht Honda mit seinem Civic Hybrid , dessen aktuelle Version bei niedrigem Tempo auch rein elektrisch fahren kann. Europäische Hersteller setzten bisher auf reinen Dieselantrieb und kamen so ebenfalls auf geringe Spritmengen. So verbraucht der VW Polo Blue Motion mit Dieselpartikelfilter lediglich 3,9 Liter pro 100 km. Bei ihren Hybridprojekten geben die europäischen Autobauer deshalb der Kombination Diesel und Elektromotor Priorität, wie zum Beispiel PSA Peugeot Citroën beim Peugeot 307/Citroën C4 Hybrid Hdi in der kompakten Klasse. ivd

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