Wirtschaft : Was die Böden hergeben

Deutschlands Winzer sind bislang mit der Weinlese des Jahrgangs 2008 zufrieden – doch sie blicken sorgenvoll auf das gegenwärtig ungünstige Wetter. Denn nur der vielbeschworene „goldene Oktober“ bringt bei spätreifenden Sorten wie dem Riesling herausragende Qualitäten. Bisher sind diese Reben zwar gut entwickelt und haben ein recht hohes Mostgewicht, enthalten aber noch zu viel Säure. An Spitzenqualität gerade beim Riesling hängt der international wachsende Ruf des deutschen Weines. Ernst Büscher, der Sprecher des Deutschen Weininstituts, erwartet nach gegenwärtigem Stand ein mengenmäßig durchschnittliches Ernteergebnis mit rund zehn Millionen Hektolitern, was ungefähr dem langjährigen Durchschnitt entspräche. In den deutschen Anbaugebieten sind in den letzten Wochen die Reben frühreifender Sorten wie Müller-Thurgau, Kerner und Frühburgunder geerntet worden. Ein kurzer Anflug von Fäulnis während dieser Zeit sei wieder ausgetrocknet und habe deshalb kaum zu Ausfällen geführt, sagte Büscher.

Die Kartoffeln sind schon im Keller. Die Ernte fiel mit 11,3 Millionen Tonnen in diesem Jahr um drei Prozent geringer aus als im Vorjahr. Allerdings wurden auch die Flächen um fünf Prozent reduziert. Die Qualität der Ernte halten Händler für besser als 2007. Teurer würden die Knollen für Verbraucher nicht, beruhigt Hermann Menth von der Zentralen Markt- und Preisberichtstelle (ZMP). Je nach Abpackungsgröße kosten sie zwischen 30 und 60 Cent je Kilogramm.

Die Apfelbauern in Deutschland sind mit der Ernte zufrieden, auch wenn mit 945 000 Tonnen der Spitzenwert von über 1,1 Millionen Tonnen im Vorjahr voraussichtlich nicht wieder erreicht wird. Die Qualität sei gut, die Fruchtgröße überdurchschnittlich, berichtete Klaus Griesbach, der stellvertretende Vorsitzende der Bundesfachgruppe Obstbau. Verbraucher können sich auf gute Angebote in den Läden einstellen. In Deutschland wird vor allem die Sorte Elstar angebaut, gefolgt von Jonagold und Jonagored. Im vergangenen Jahr stammten erstmals mehr als die Hälfte (56 Prozent) der Apfeleinkäufe in Deutschland aus inländischer Produktion. Hauptanbaugebiete sind das Niederelbetal, das Bodenseegebiet und die neuen Bundesländer. bm/teb

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben