Wirtschaft : Was die Wirtschaftsweisen zur Rente mit 60 sagen

jhw

Die Wirtschaftswissenschaftler attackieren die Rente mit 60. Die Gewerkschaften würden in Kauf nehmen, dass alle Beschäftigten einen Beitrag leisten müssten, während nur vergleichsweise wenige von dieser zeitlich begrenzten Maßnahme profitierten. Nach bisherigen Erfahrungen würden die Arbeitsplätze der aus Altersgründen vorzeitig ausscheidenden Arbeitnehmer allerdings noch nicht einmal zur Hälfte neu besetzt - mit der Folge, dass die unmittelbaren Beschäftigungseffekte "nicht groß" sein dürften, heißt es im Gutachten. Das liegt daran, dass die Rente mit 60 die Arbeitskosten erhöht. Durch die Beiträge für die vorgezogene Rente würde daher ein Teil des Produktivitätsanstiegs ausgeschöpft. Er könnte nicht mehr - entgegen den Absprachen im Bündnis für Arbeit - neue Arbeitsplätze schaffen. "Bei der Lösung des Arbeitsmarktproblems ist es wichtig, dass sich das Arbeitsvolumen vergrößert", heben die Ökonomen hervor. Zu diesem Zweck trage die Rente mit 60 überhaupt nichts bei. Darüber hinaus, so die Kritik der Institute, habe "das Hin und Her in der Rentenpolitik" zu einer zusätzlichen Verunsicherung geführt. In dieser Passage des Gutachtens klingt die Kritik an der rot-grünen Bundesregierung besonders heftig. Der Vorwurf: Mit der Rücknahme von Reformen der Vorgänger-Regierung ist nach Auffassung der Forscher der Eindruck entstanden, eine grundlegende Reform der Alterssicherung sei nicht notwendig. Das sehen die Experten anders: Sie fordern, dass die Regierung die Rentenformel modifiziert, die Rente in Relation zum Arbeitseinkommen sinkt und sich das effektive Renteneintrittsalter erhöht. Zu dieser Reform heißt es: "Die Politik hat hier eine Bringschuld, die endlich einzulösen ist."

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