Wirtschaft : Was ist Champagner? Kleiner Schaumwein-Führer

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Cava ist Schaumwein, der in Spanien hergestellt wird. Nur Schaumweine aus bestimmten Anbaugebieten dürfen das Siegel „DO Cava“ tragen.

Champagner gilt als Synonym für elegantes Laisserfaire – dabei ranken sich um kaum ein anderes Getränk so viele Gesetze und Vorschriften. „Champagner“ dürfen sich nur Schaumweine aus der Champagne nennen, einem etwa 30 000 Hektar großen Anbaugebiet rund um die Städte Reims und Epernay im Nordosten Frankreichs. Das CIVC (Comité Interprofessionnel du Vin de Champagne) legt jedes Jahr fest, wie viel Kilogramm Trauben der Sorten Pinot Meunier (rot), Pinot Noir (rot) und Chardonnay (weiß) pro Hektar für die Champagnererzeugung verwendet werden dürfen. Auch rote Trauben werden weiß gekeltert, das heißt, dass keine blauen Farbstoffe aus der Schale in den Most gelangen. Ein „Blanc de Blancs“ ist nur aus weißen, ein „Blanc de Noirs“ aus roten Trauben gepresst. Nach dem Keltern gärt der Most etwa drei Wochen in Stahltanks. Für die zweite Gärung wird der Grundwein in Flaschen abgefüllt und mit Zucker und Hefe versetzt. Dann folgt das Rütteln: Täglich werden die mit einem Kronkorken verschlossenen Flaschen geschüttelt, gedreht und immer stärker geneigt, bis sie schließlich senkrecht auf dem Kopf stehen. Im Flaschenhals sammeln sich die Gärungsrückstände. Die Flasche wird dann schockgefrostet, nach dem Öffnen schießen die Gärungsrückstande als Eisblock heraus. Heute kontrollieren Großunternehmen den größten Teil der Produktion. Marktführer ist LVMH mit den Marken Moët & Chandon, Dom Pérignon und Veuve Cliquot.

Crémant ist ein Schaumwein aus einer kontrollierten Ursprungsregion (Appellation) außerhalb der Champagne. Er muss mindestens ein Jahr lagern, davon neun Monate auf Hefe, und wird mit geringerem Kohlensäuredruck nach der Champagner-Methode hergestellt.

Prosecco ist der Name einer Traubensorte und zugleich eines Weinanbaugebietes in der Provinz Treviso nördlich von Venedig. Von dort kommt Prosecco aber nur in seltenen Fällen: Prosecco-Trauben werden in ganz Italien und im Ausland angebaut. Als kohlensäurearmer „Frizzante“ ist Prosecco nicht schaumweinsteuerpflichtig und deshalb vergleichsweise billig. Für die stärker perlende „Spumante“-Variante gilt dieser Preisvorteil nicht. Schaumwein ist die Sammelbezeichnung für alle schäumenden Weine mit einem bestimmten Anteil an Kohlensäure. Deutscher Qualitäts-Schaumwein heißt Sekt.jaf

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