WAS KUNDEN SAGEN : Kaufhaus im Kiez

Viele Kunden der Hertie-Filiale in Berlin-Schöneberg (Hauptstraße 142) konnten die Nachricht von der Insolvenz nicht nachvollziehen. „Ich komme lieber hierher als in eines dieser großen Shopping-Center. Hier weiß ich wenigstens, wo was steht“, sagte Alexandra Petsche (35, rechts). Viele schätzen die Filiale als Kiez-Kaufhaus. Man kennt die Verkäuferinnen, zumindest vom Sehen, da viele dort schon seit Jahren arbeiten – auch als das Haus unter der Marke„Karstadt“ betrieben wurde. ] / ]

Richard Pietsch
(50, links) betreibt einen Schuh- und Schlüsseldienst in der angrenzenden Ladenpassage. Er fürchtet nicht, dass das Haus komplett schließt und damit Laufkundschaft wegbleiben könnte. „Irgendwer wird das Haus immer nutzen“. Er empfindet die Preise bei Hertie zudem als zu hoch. Andere Kunden kommen selten, aber regelmäßig, wie etwa Anna Schmidt (60) aus Friedenau, die stets den Friseur im Kaufhaus besucht und gelegentlich auch etwas kauft. Sie kritisiert die Informationspolitik der Geschäftsführung: „Es kann doch nicht sein, dass ich im Radio früher von der Insolvenz erfahre als die Mitarbeiter. So geht man nicht mit Menschen um“. kph

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