Was sich im Juli ändert : Urlaubsgrüße werden billiger

Ab Sonntag zahlen deutsche Mobilfunkkunden für das Telefonieren und Surfen aus dem EU-Ausland weniger. Die Rente steigt, der Tüv prüft strenger, das Bio-Siegel wird Pflicht und Frankreich verlangt von Urlaubern Alkohol-Tests

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Gute Nachrichten für Urlauber, die erst jetzt ihre Ferien antreten: Deutsche Mobilfunkkunden, die im EU-Ausland mit dem Handy telefonieren oder im Internet surfen, zahlen ab dem 1. Juli weniger. Aber auch sonst bringt der Monatswechsel zahlreiche Änderungen:
Handy im Ausland: Wer mit dem Smartphone ins Internet geht, muss ab Sonntag dafür maximal 83 Cent pro Megabyte Datenverkehr aufbringen. Bisher waren die Kosten nicht gedeckelt. Nach Angaben der EU-Kommission waren bis zu vier Euro üblich, in Einzelfällen wurden sogar bis zu 20 Euro verlangt, berichtet das Onlineportal Teltarif. Ein Megabyte entspricht 100 Mails ohne Anhang oder einer Minute Musik-Download für MP3. Billiger wird auch das Telefonieren: Wer mit dem Handy aus dem EU-Ausland in Deutschland anruft, zahlt jetzt maximal 35 Cent (bisher: 42), ankommende Gespräche kosten nicht mehr als zehn Cent (bisher: 13 Cent), SMS nur noch elf Cent (bisher: 13 Cent). Nur Foto-SMS (MMS) bleiben teuer. Wie sehr, hängt vom Land, dem Netz und der Größe der Nachricht ab.
Kinder: Kinder brauchen für Reisen ins Ausland einen eigenen Reisepass. Kindereinträge im Ausweis der Eltern reichen nicht mehr.
Frankreich-Urlauber: Wer mit dem Auto nach Frankreich fährt, muss ein Testgerät für Alkoholkontrollen dabei haben. Die Geräte gibt es an Apotheken und im Internet für 1,50 Euro bis fünf Euro, weiß der ADAC. Bußgelder werden allerdings erst ab November verhängt, dann drohen elf Euro.
Rentner: Die rund 20 Millionen Rentner können sich auf eine Erhöhung freuen. Ihre Bezüge steigen im Osten um 2,26 Prozent, im Westen um 2,18 Prozent. Im vergangenen Jahr war die Rentenerhöhung mit 0,99 Prozent deutlich bescheidener ausgefallen.
Tüv: Bei der Hauptuntersuchung unternehmen die Gutachter von Tüv und Co. ab Juli eine Probefahrt mit dem Auto und checken auch die elektronischen Sicherheitssysteme. Säumige Halter werden bestraft: Wer mit seinem Auto zwei Monate später als vorgeschrieben zum Termin vorfährt, zahlt eine um 20 Prozent höhere Gebühr. Allerdings gilt die neue Plakette dann volle 24 Monate ab dem Prüftermin und wird nicht mehr auf den Zeitpunkt zurückdatiert, an dem die Untersuchung fällig gewesen wäre.
Wechselkennzeichen: Auto- und Motorradfahrer können ab Sonntag mit einem Nummernschild parallel verschiedene Autos benutzen – allerdings nur innerhalb einer Fahrzeugklasse. Wechseln kann man etwa zwischen Auto und Wohnmobil, nicht aber zwischen Auto und Motorrad.
Bio-Siegel: Das EU-Bio-Siegel mit dem Sternenblatt auf grünem Grund wird für alle abgepackten Bio-Lebensmittel Pflicht. Es garantiert, dass 95 Prozent der Zutaten aus biologischem Anbau kommen.
Bankkunden: Ab dem 9. Juli werden grenzüberschreitende Lastschriften und Einzugsermächtigungen innerhalb der Eurozone möglich. Dafür sorgen die neue Sepa-Basislastschriften und das -Lastschriftmandat.

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