Wirtschaft : WAS STOPPT DEN EUR0?

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VERBALE INTERVENTION

Von einer verbalen Intervention spricht man, wenn Zentralbanker mit gezielten Äußerungen versuchen, den Devisenmarkt zu beeinflussen. Die Devisenmärkte interpretieren solche – mehr oder weniger verschlüsselten – Botschaften und reagieren entsprechend. Der europäische Zentralbankchef Jean Claude Trichet hatte im Januar erstmals verbal interveniert, als er die damalige Euro-Aufwertung als „brutal“ bezeichnet hatte. Dies wurde als Warnung aufgefasst, dass die Notenbank einer weiteren Aufwertung nicht tatenlos zusehen werde. Die Händler setzten daraufhin auf ein geringeres Kurswachstum – was zunächst auch eintrat. Experten zufolge können mahnende Worte aus den Notenbanken die Devisenmärkte durchaus beruhigen .

INDIREKTE INTERVENTION

Durch Zinssenkungen könnte die Europäische Zentralbank (EZB) den Währungskurs indirekt beeinflussen . Denn dadurch würde ein Investment in europäische Anleihen weniger attraktiv . Anleger würden sich aus dem Euroraum zurückziehen und ihre Euros auf den internationalen Devisenmärkten verkaufen . Durch das höhere Angebot an Euros würde der Preis sinken , der aktuelle Höhenflug wäre gestoppt. Allerdings gefährden zu niedrige Zinsen auch die Preisstabilität, die Folge wäre eine erhöhte Inflation .

DIREKTE INTERVENTION

Zum stärksten Mittel greift eine Zentralbank, wenn sie direkt am Devisenmarkt eingreift und große Mengen einer Währung aufkauft beziehungsweise verkauft . Durch einen Verkauf großer Mengen von Euros würde der Preis sinken. Eine solche Intervention ist jedoch sehr teuer . Die meisten Experten halten sie daher nur für sinnvoll, wenn sich die Zentralbanken aller betroffenen Währungen auf ein gemeinsames Vorgehen verständigen. awm

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