Wirtschaft : Was Unternehmen leisten müssen

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Die deutschen Unternehmen zahlen wieder Steuern. Jedenfalls sind die Einnahmen aus der Körperschaftsteuer, das ist die Einkommensteuer der Firmen, in den ersten Monaten dieses Jahres kräftig gestiegen. Das freut den Finanzminister, ist aber kein Indiz dafür, dass die Wirtschaft auf Touren kommt. Die jüngsten Nachrichten aus den Konzernzentralen belegen das.

Die Geschäfte – gemessen am Umsatz – sind teilweise sogar schlechter als vor einem Jahr. Trotzdem weisen die Unternehmen steigende Gewinne aus. Der Grund: Sie haben rationalisiert und abgespeckt – nicht zuletzt beim Personal. Folge: Die Gewinne steigen, die Arbeitslosigkeit auch. Und es sieht so aus, als blieben die Firmen beim Sparkurs, weil steigende Nachfrage nirgends in Sicht ist. Selbst der Motor der deutschen Industrie gerät ins Stottern. Dass die Wirtschaftsleistung – der Wert aller im Inland produzierten Waren und Dienstleistungen – im vergangenen Jahr gestiegen ist, lag ausschließlich an gestiegenen Exporten. Doch das Blatt hat sich gewendet. Der erwartete Konjunkturaufschwung bei den wichtigen Abnehmern in Amerika und Europa blieb aus und seit dem Irakkrieg setzt der Euro im Verhältnis zur Welthandelswährung Dollar zum Höhenflug an. Zwar streiten die Experten, ob der Außenwert des Euro über 1,10 oder 1,20 steigen muss, bevor er die deutschen Ausfuhren richtig abwürgt. Unstrittig ist aber, dass der schwache Dollar zugleich die Preise für die Einfuhren senkt. Zum Vorteil der Verbraucher, zum Nutzen aber auch der Unternehmen. Der starke Dollar hilft ihnen, die Kosten weiter zu senken. Konjunkturbelebend ist das allerdings vorerst nicht. fo

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