Wirtschaft : Was von Kirch übrig bleibt

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Nachdem der BauerVerlag und die Hypo-Vereinsbank den Zuschlag für das Kerngeschäft von Kirch-Media erhalten haben und eine Investorengruppe um Ex-Fußballstar Günter Netzer Kirch-Sport erworben hat, ist von Leo Kirchs einstigem Medienimperium nicht mehr viel übrig. Der Verkauf wurde am Donnerstag notariell bestätigt. Als letzter Bereich von Kirch-Media steht jetzt noch das defizitäre Deutsche Sportfernsehen (DSF) zum Verkauf. Branchenkreisen zufolge gibt es mehrere Kaufinteressenten, unter anderem Kirchs Abo-Sender Premiere, das Medienunternehmen EM.TV, die US-Sportsenderfamilie ESPN und der Sender Eurosport. Außerdem hat die Deutsche Fußball-Liga (DFL) die Option, mit bis zu 25,1 Prozent beim DSF einzusteigen. Eine Entscheidung ist noch nicht gefallen. „Die Frist ist bis Jahresende verlängert, und bis dahin werden wir einen Einstieg sehr genau prüfen“, sagte DFL-Sprecher Tom Bender. Die Liga werde nicht einsteigen, bevor sie nicht den Partner kenne, der den Hauptanteil am DSF übernehme.

Auch Premiere versucht, neue Investoren anzulocken. Der Chef des Abosenders, Georg Kofler, will dank eines rigiden Sparkurses im ersten Halbjahr 2004 erstmals wieder in die Gewinnzone kommen. Derzeit verhandelt der PayTV-Sender mit einem halben Dutzend Interessenten. Kofler zeigt sich zuversichtlich, bis Ende des Jahres neue Geldgeber präsentieren zu können.

Auf eine ganz neue Basis soll auch die Formel1 gestellt werden, an der die Kirch-Gruppe zusammen mit EM.TV 75 Prozent der Anteile gehalten hatte. Geplant ist, dass die Rennverträge der Konzerne und ihrer Teams, die nur noch bis 2007 laufen, um zehn Jahre verlängert werden. Im Gegenzug würden die Kirch-Gläubigerbanken, an die die Anteile verpfändet sind, diese nicht komplett einziehen, sondern die Konzerne und Rennsport-Teams in einem bestimmten Umfang beteiligen. nad

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