Wirtschaft : Was wird aus DaimlerChrysler?

ALFONS FRESE

"Speed, Speed, Speed" - damit erst gar keine Zweifel am Erfolg der Integration von Daimler und Chrysler entstehen, drückt Fusionsvater Jürgen Schrempp aufs Tempo. Schrempp ist ein Automann und DaimlerChrysler ist ein Autokonzern - eine Beteiligung am Mobilfunkunternehmen Debitel macht da nur Sinn als Finanzanlage. Und das auch nur kurzfristig, denn so langsam wird die Luft im Telekommunikationsmarkt dünner, die Goldgräberzeiten sind vorbei, die Margen schrumpfen. Unterm Dach der Swisscom hat Debitel bessere Chancen, um den so langsam anlaufenden Konsolidierungsprozeß gut zu überstehen und im Bereich neue Medien/Internet eine bessere Position aufzubauen. Die neue, größere Swisscom kann sich jedoch nicht mit dem Rang des achtgrößten europäischen Mobilfunkanbieters begnügen; weitere Akquisitionen werden wohl folgen.Und was sind Schrempps nächste Schritte? Bleiben die Finanzdienstleistungen und die Informationstechnologie (IT Services) als tragende Säulen der Berliner Debis erhalten? Oder kommt doch die Deutsche Telekom bei den IT-Services zum Zuge? Geht die Dasa in absehbarer Zeit an die Börse? Wie lange leistet sich DaimlerChrysler einen defizitären Bahn-Hersteller Adtranz? Und wann verabschiedet sich Schrempp aus dem Kleinstwagen-Segment mit dem Smart? Die Pläne der DaimlerChrysler-Führung sind klar: Auf allen wichtigen Kraftfahrzeug-Märkten an der Spitze fahren, bei Pkw ebenso wie bei Lkw. In Asien gibt es da noch Nachholbedarf. Verkaufserlöse wie die Debitel-Milliarde kommen deshalb gelegen, um auch dort "Speed" geben zu können.

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