Wasser : Teure Tropfen

Die Versorgung der Bürger mit Wasser ist eine hoheitliche Aufgabe. Die Politik darf die Dienstleistung privaten Unternehmen übertragen, die zentrale Entscheidungskompetenz bleibt aber bei den Ländern. Nur sieben Prozent aller Städte und Kommunen haben bisher die Versorgung privatisiert, 15 Prozent die Entsorgung. Ebenfalls 15 Prozent planen derzeit weitere Privatisierungen, heißt es in einer Studie der Beratungsfirma Ernst & Young.

Als missglücktes Beispiel gilt Berlin: 1999 verkaufte das Land seine Wasserbetriebe für 1,6 Milliarden Euro zu 49,9 Prozent an die Versorger RWE und die französische Veolia Water. Dieser Vertrag entpuppte sich als Belastung für die Steuerzahler, da das Konsortium sich eine jährliche Renditegarantie von rund sechs Prozent sicherte. Hier nahm der Staat dem Privatunternehmen die betrieblichen Risiken ab, nicht umgekehrt. Das erklärt zum Teil, warum Wasser in kleiner Großstadt teuerer ist: Während in Berlin der Kubikmeter Mischwasser 5,09 Euro kostet, zahlt man in München 3,21 in Köln 3,15 Euro, teilt der Verband Berlin-Brandenburgischer Wohnungsbauunternehmen mit. kph

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