Wirtschaft : Wasserwirtschaft im Umbruch

BERLIN (dpa).Die von kommunalen Unternehmen beherrschte Wasserwirtschaft in Deutschland steht vor einem Konzentrationsprozeß und mehr Privatisierungen.Diese Ansicht vertrat der neugewählte Präsident der europäischen Vereinigung der Wasserwirtschaft Eureau, Ortwin Scholz, am Freitag in einem Gespräch.Größere Einheiten seien wirtschaftlicher."Dieser Trend geht auch an der Wasserwirtschaft nicht vorbei", sagte Scholz, der auch Vorstand der Berliner Wasserbetriebe ist, des größten kommunalen Branchenunternehmens Deutschlands.Am kommenden Dienstag will die Senatsspitze entscheiden, wie das Privatisierungsmodell für die Berliner Wasserbetriebe aussehen wird.

Im Rahmen einer steigenden Zahl von Privatisierungen werden sich nach Ansicht von Scholz zunehmend Stromkonzerne, Industrieunternehmen oder auch Finanzkonzerne in der Wasserwirtschaft engagieren.In Deutschland haben bisher nur wenige Städte das Wassergeschäft an private Betreiber übertragen.Die kommunale Aufsicht werde bei einer Privatisierung nicht beschnitten.Generell könne nicht gesagt werden, ein öffentlich-rechtliches Unternehmen sei weniger effizient als ein privatisiertes."Nicht die Rechtsform ist entscheidend, sondern Management, Belegschaft und Eigentümer." Auch sei unter einem privaten Unternehmer kein Qualitätsabfall zu befürchten.

Scholz, der zwei Jahre den Eureau-Verband von 20 europäischen Staaten führt, erwartet auf einem stärker wettbewerbsorientierten Markt künftig auch mehr Transparenz."Es wird Preisvergleiche geben wie bei anderen Versorgungsunternehmen auch.Die Unternehmen werden aufgefordert werden, Kostenrechnungen offenzulegen", sagte Scholz.Deutschland sei zwar ein Hochpreisland.Dafür würden höchste Standards bei Ver- und Entsorgung eingehalten.

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