• WCM leidet unter rapidem Wertverfall seiner Beteiligungen Sturz der Commerzbank-Aktie treibt Finanzkonzern in Verlustzone

Wirtschaft : WCM leidet unter rapidem Wertverfall seiner Beteiligungen Sturz der Commerzbank-Aktie treibt Finanzkonzern in Verlustzone

-

Frankfurt (Main) (dpa). Der Wertverlust ihrer CommerzbankAnteile und die Krise am Aktienmarkt haben die WCM Beteiligungs- und Grundbesitz-Aktiengesellschaft noch tiefer in die roten Zahlen getrieben als in den vergangenen Monaten ohnehin schon. In den ersten neun Monaten 2002 betrug der Verlust vor Steuern 121,4 Millionen Euro – ein Jahr zuvor hatte WCM noch einen Gewinn von 72,4 Millionen Euro verbucht.

Der Absturz hatte sich erst in der zweiten Jahreshälfte beschleunigt. Im ersten Halbjahr lag der Fehlbetrag noch bei lediglich 10,5 Millionen Euro. Auch der Ausblick für das Gesamtjahr ist pessimistisch. Wegen der anhaltenden Flaute an den Kapitalmärkten sei mit einem „deutlich negativen Ergebnis“ zu rechnen, teilte das Unternehmen am Mittwoch in Frankfurt (Main) mit. Im Frühjahr hatte der Vorstandsvorsitzende der WCM AG, Roland Flach, noch einen Gewinn von 150 Millionen Euro versprochen.

Schuld an den ansteigenden Verlusten ist die Krise an den Finanzmärkten. Der Kursverfall der Beteiligungen zwang WCM zu erheblichen Wertberichtigungen. Vor allem der Sturz der Commerzbank-Aktie hinterließ tiefe Löcher in der Gewinn- und Verlustrechnung. Sie habe im dritten Quartal über die Hälfte ihres Wertes verloren und im Oktober einen Tiefststand von 5,09 Euro erreicht, erklärte das Finanzunternehmen. Aber auch die Klöckner- Werke, die IVG Immobilien AG und andere Engagements büßten erheblich an Wert ein. WCM konnte auch keine Geschäfte an der Börse tätigen.

Möglicherweise muss das Unternehmen in den kommenden Monaten sogar noch einen höheren Betrag abschreiben. „Ob und in welcher Höhe Beteiligungswerte am Jahresende weiter anzupassen sind, kann abschließend zu diesem Zeitpunkt noch nicht beurteilt werden“, hieß es in einer Mitteilung. Dies hänge von der Entwicklung der Aktienmärkte ab. Zuletzt hatten sich die internationalen Börsen nervös gezeigt – zwar weist die Wall Street eine Aufwärtstendenz auf, ein möglicher Irak-Konflikt könnte der Erholung jedoch schnell ein Ende bereiten.

Trotz des Kursverfalls will sich WCM nicht von den Commerzbank-Anteilen trennen. Das Geldinstitut könne bereits „erste Erfolge in der Verbesserung seiner Kostenstruktur aufweisen“. Dagegen werde noch bis Jahresende darüber entschieden, ob die Beteiligung an der IVG dauerhaft sei. Zudem machten die geplanten Verkäufe von Töchtern der Klöckner-Werke Fortschritte.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben