Wirtschaft : WCM wird neuer Großaktionär bei der Commerzbank

lip/nw/HB

Die WCM Beteiligungs- und Grundbesitz-AG hat ihre Beteiligung an der Commerzbank von rund einem auf etwa 5,5 Prozent aufgestockt und will den Anteil auf knapp zehn Prozent ausweiten. Dies meldete WCM am Montag in einer Ad-hoc-Mitteilung. Die Commerzbank hat bislang zwei Großaktionäre, den italienischen Versicherer Generali mit 9,9 Prozent und die Münchener Rück mit 10,4 Prozent.

Wie WCM am Montag weiter mitteilte, betrachtet das Unternehmen die Beteiligung an Deutschlands viertgrößter Bank als mittelfristiges Engagement. "Wir unterstützen die Arbeit des Vorstands der Commerzbank und werden mit dazu beitragen, Spekulationen über Veränderungen auf der Eigentümerseite zu beenden", teilte WCM-Vorstandschef Roland Flach mit. Ein Commerzbank-Sprecher sagte, die Bank sei vorher über die Anteilsaufstockung informiert worden. Der Commerzbank-Sprecher beurteilte die Anteilsaufstockung der WCM positiv und reagierte gelassen: "Wir wussten über die Erhöhung Bescheid und begrüßen das. Dieser Schritt zeigt ebenso wie die Aufstockung durch die Münchener Rück vor einigen Wochen, dass der Commerzbank Vertrauen entgegengebracht wird."

Steigert WCM den Anteil auf knapp unter zehn Prozent, dürfte das Auswirkungen auf den Aufsichtsrat haben. Zwar steht erst im nächsten Jahr die Neubesetzung aller Aufsichtsratsmandate der Kapitalseite an. Doch sowohl Münchener Rück als auch WCM dürften bald Interesse zeigen. "Bislang sind noch keine entsprechenden Wünsche an uns herangetragen worden", sagte dazu der Sprecher der Bank. Die WCM wollte sich zu dem Thema nicht äußern hat aber für den heutigen Dienstag zu einer Pressekonferenz eingeladen, um die Einzelheiten des Milliarden-Deals zu erläutern.

Spekulationen gibt es darüber, von wem die WCM die Anteile erworben hat. Nach Informationen aus Unternehmenskreisen bemüht sich WCM seit Wochen um den Erwerb des 4,8 prozentigen Aktienpakets der spanischen Bank Santander Central Hispano. In Kreisen der Commerzbank heißt es indes, die Aktionärsgruppe Cobra könne Anteile verkauft haben. Dies bestreitet Cobra-Geschäftsführer Hansgeorg Hofmann aber.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben