Wirtschaft : Wechselkursschwankungen nahezu passé

Die am 1.Januar 1999 festzulegenden Umtauschkurse sind identisch mit den EWS-Leitkursen BRÜSSEL (tpp/HB).Zwischen den elf am Euro teilnehmenden Währungen dürfte es vom heutigen Montag an faktisch kaum mehr zu signifikanten Wechselkursschwankungen kommen.Auf dem Euro-Sondergipfel in Brüssel beschlossen die Staats- und Regierungschefs sowie die Finanzminister am Wochenende, daß die am 1.Januar 1999 endgültig festzulegenden Wechselkurse zwischen den Währungen der elf Teilnehmerstaaten identisch sind mit den seit dem 16.März geltenden zentralen Paritäten des Europäischen Wechselkurssystems (EWS).Damit wird das Verhältnis der D-Mark zum Franc faktisch auf 3,3586 Franc und zur Lira auf 990,002 Lira festgezurrt.Bis zum 1.Januar 1999 wird es jedoch weiterhin einen aktiven Handel mit den elf Teilnehmerwährungen geben.Theoretisch könnte es damit bis zu diesem Zeitpunkt noch zu deutlicheren Abweichungen kommen.An den Märkten hatte man sich auf diese Entscheidung schon seit Monaten eingerichtet.Daher liegen die realen Wechselkurse schon sehr nahe an den EWS-Leitkursen.Bis zum Start der Währungsunion sind zwar auch offizielle Anpassungen der Leitkurse noch möglich.Doch Vertreter der Delegationen wiesen in der Nacht zum Sonntag bereits darauf hin, daß dieses "wenig wahrscheinlich und auch nicht angestrebt" sei.Die Leitkurse im EWS waren zuletzt am 16.März 1998 angepaßt worden.Zur Zeit gelten nur das irische Punt und der Gulden als mögliche Aufwertungskandidaten.Mit der frühen Festlegung auf die ab dem 1.Januar nächsten Jahres geltenden und dann endgültigen Wechselkurse sowie der Anbindung an die EWS-Paritäten folgte der Gipfel wesentlich den Vorschlägen von zahlreichen europäischen Ökonomen, die im Centre for Economic Policy Research vereinigt sind.Sie hatten im März vergangenen Jahres vorgeschlagen, diesen Weg einzuschlagen.Mit der vorzeitigen Festlegung der bilateralen Wechselkurse sollte vor allem verhindert werden, daß die Teilnehmerländer in den verbleibenden Monaten versuchen, die Kurse ihrer Währungen zu manipulieren, um einen "besseren" Eintrittskurs zu erwirken.Auch spekulative Angriffe der Finanzmärkte auf die Wechselkurse der Teilnehmerstaaten werden auf diese Weise unwahrscheinlicher.Die Zentralbankvertreter haben am Wochenende klar gemacht, daß sie wirtschaftlich unbegründeten Attacken auf einzelne Teilnehmerwährungen entschieden und in enger Kooperation entgegentreten werden.Die Notenbanken haben mit Währungsreserven in einer Höhe 304 Mrd.US-Dollar - das ist der Stand des vergangenen Dezembers - dafür das nötige Rüstzeug.Die Festlegung der bilateralen Kurse bedeutet jedoch nicht, daß jetzt auch schon der Umtauschkurs etwa der D-Mark in Euro festläge.Fest steht, daß ein Ecu in einen Euro (zum Verhältnis 1 : 1) umgetauscht wird.Weil aber einige "Ecu-Länder" - darunter Dänemark, Griechenland und Großbritannien - nicht beim Euro mitmachen, sind ihre Wechselkurse auch nicht fixiert.Daher können starke Schwankungen etwa beim Pfund Sterling oder der dänischen Krone zu Veränderungen beim Umtauschverhältnis beispielsweise zwischen D-Mark und Euro führen.Es müßte jedoch schon zu Veränderungen von mehr als 30 Prozent kommen, um hier signifikante Veränderungen zu bewirken.

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