Wedding : Bayer plant offenbar massiven Abbau bei Schering

Erst verschwindet Schering aus dem Namen, nun fallen einem Medienbericht zufolge hunderte Schering-Stellen bei Bayer in Berlin weg. Der Leverkusener Konzern bemüht sich, zu beschwichtigen.

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Schering wurde inzwischen aus dem Namenszug entfernt. Foto: dpa
Schering wurde inzwischen aus dem Namenszug entfernt.Foto: dpa

Berlin – Der Leverkusener Pharma- und Chemiekonzern Bayer will nach Informationen der „Wirtschaftswoche“ bis zu 500 Arbeitsplätze an den ehemaligen Schering-Standorten abbauen. Insbesondere der Standort Berlin, der frühere Hauptsitz von Schering, sei betroffen. Das will das Magazin aus Unternehmenskreisen erfahren haben. Bayer hatte Schering im Jahr 2006 übernommen.

Ein Sprecher des Unternehmens wies den Bericht zurück. Bayer hatte bereits im November angekündigt, dass in der Sparte Healthcare 700 Stellen wegfallen werden. Wie sich der Stellenabbau auf die einzelnen Standorte verteile, stehe überhaupt noch nicht fest, sagte der Sprecher auf Anfrage. Die Gespräche mit den Arbeitnehmervertretern liefen noch.

In der ehemaligen Schering-Zentrale in Berlin arbeiten derzeit rund 5000 Mitarbeiter. Von hier aus wird das Pharma-Geschäft gesteuert. Ehemalige Schering-Standorte gibt es auch noch in Bergkamen in Nordrhein-Westfalen und in Weimar. Dort sind insgesamt weniger als 3000 Menschen beschäftigt.

Wie der Sprecher betonte, umfasst Bayer Healthcare, die Sparte, in der die 700 Arbeitsplätze wegfallen sollen, mehr als nur das Pharma-Geschäft. Dazu gehörten auch die Bereiche Medizintechnik, Tiermedizin und die nicht-verschreibungspflichtigen Medikamente.

Laut „Wirtschaftswoche“ sollen die Stellen vor allem in der Verwaltung wegfallen, sowie in dem Bereich „Marketing und Vertrieb.“ Hier sollen jeweils etwa 200 Arbeitsplätze abgebaut werden. Jeweils etwa 150 fielen in der Produktion sowie im Bereich „Forschung und Entwicklung“ weg. In einer gemeinsamen Erklärung hatten Vorstand und Gesamtbetriebsrat im November betont, dass es bis Ende 2012 keine betriebsbedingten Kündigungen geben werde. So lange läuft eine Beschäftigungssicherungsvereinbarung im Konzern.

Weltweit will Bayer 4500 Arbeitsplätze streichen. Vorstandschef Marijn Dekkers begründet den Schritt mit einem hohen Investitionsbedarf und dem steigenden Druck auf Umsatz und Ergebnis. Der Wettbewerb durch Nachahmerprodukte und Gesundheitsreformen in vielen Ländern machten die Einsparungen nötig. Der Konzern will ab 2013 jährlich 800 Millionen Euro einsparen. Rund die Hälfte davon soll wieder investiert werden – in neue Pharma-Produkte, in den Bereich Bio-Science und in den Ausbau des Geschäfts in Asien. mirs/rtr

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