Wirtschaft : Weder Boom noch Krise

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ie deutsche Autoindustrie rechnet für dieses Jahr mit einem leicht sinkenden Absatz im Vergleich zu 2001. "Wir haben keinen Boom, aber auch keine Krise", sagte Bernd Gottschalk, Präsident des Branchenverbandes VDA am Mittwoch auf der Jahres-Pressekonferenz in Frankfurt. Der Start in das neue Jahr sei eher verhalten. Die zu erwartende Belebung auf dem Pkw-Markt im zweiten Halbjahr ermögliche aber einen Absatz von 3,2 Millionen Pkw in Deutschland. Wenn es gut laufe, könnte sogar das Ergebnis des Vorjahres von 3,34 Millionen Fahrzeugen erreicht werden. Sorgen bereitet der Branche der heimische Markt. Im Inland fehle weiter die Dynamik, sagte Gottschalk.

Nicht förderlich wäre seiner Ansicht nach ein hoher Tarifabschluss. "Mangelnde Kaufkraft ist ohnehin nicht das Thema." Ein zu hoher Abschluss verstärke die Sorge um den Arbeitsplatz und schade der Wettbewerbsfähigkeit.

Im Export erwartet der VDA-Präsident weiterhin einen Absatz auf hohem Niveau von etwa 3,4 Millionen Fahrzeugen. Wegen der Probleme in den USA werde aber das Rekordergebnis von 3,6 Millionen Fahrzeugen aus dem vergangenen Jahr nicht wieder erreicht. Nach Ansicht von Gottschalk hat sich die Doppelstrategie der deutschen Autohersteller mittlerweile ausgezahlt: Zum einen der Ausbau der Exporte aus Deutschland heraus, zum anderen den Aufbau von Fabriken rund um den Globus. In den letzen zehn Jahren sei der Export um fast 70 Prozent gestiegen. Zugleich sei die Produktion im Ausland um 134 Prozent gesteigert worden. Die besorgte Frage, ob die Globalisierung Arbeitsplätze kostet, habe sich von selbst beantwortet, sagte Gottschalk. Am Export hingen mehr Beschäftigte denn je. Konsequenz: Auch im vergangenen Jahr sei die Zahl der Arbeitsplätze in der deutschen Automobilindustrie um weitere 21 000 auf 769 000 gestiegen.

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