Wirtschaft : WeiberWirtschaft auf Erfolgskurs

150 Arbeitsplätze geschaffen

BERLIN (-olm).Frauen fällt der Start in die Selbständigkeit schwerer.Im Vergleich zu ihren männlichen Kollegen sind Frauen weniger risikobereit, bescheidener in der Wertschätzung der eigenen Arbeit und benachteiligt im Umgang mit Banken und Kapitalgebern.Was Umfragen zeigen, wurde auch zum fünften Gründungsgeburtstag vom Vorstand der Berliner WeiberWirtschaft e.G.bestätigt.Eine neue Erfahrung aber sei, so Sabine Smentek am Montag während einer Veranstaltung mit Wirtschaftssenator Elmar Pieroth, daß Frauen ihren Weg konsequenter beschreiten und hartnäckiger an den gesteckten Zielen festhalten.Nur zwei der im ersten deutschen Gründerinnenzentrum angetretenen Unternehmerinnen mußte bisher ihr Geschäft wieder schließen.Die Bilanz nach den ersten fünf Jahren: 60 Firmen, die sich ausschließlich in weiblicher Hand befinden und 150 feste Arbeitsplätze.Rund 80 Prozent der 5500 Quadratmeter großen Gesamtfläche in der Anklamer Straße in Mitte sind inzwischen vermietet.Die Palette der Branchen ist bunt gemischt und reicht von Gastronomie, Dienstleistung und Handel bis hin zu Handwerk, Kunst und Kultur. Das genossenschaftlich organisierte Modell, es ist eines von 13 Gründerzentren in Berlin, finanziert sich bei einem Eigenkapital von inzwischen 1 Mill.DM aus Bankforderungen und öffentlichen Fördergeldern.Etwa 40 Prozent der 36 Mill.DM Gesamtinvestitionen sind breitgestreute Mittel aus ganz verschiedenen Fördertöpfen."Wenn wir 85 Prozent der Fläche zu den geltenden Preisen zwischen 12 und 21 DM pro Quadratmeter vermietet haben, sind wir über den Berg", sagt Sabine Smentek.Anleger, die ab 200 DM Genossenschaftsanteile erwerben können und damit die Eigenkapitalbasis weiter verbessern, sind in der WeiberWirtschaft immer willkommen. Senator Pieroth bezeichnete das Zentrum als Berliner Vorzeigemodell, weil durch gemeinsame Veranstaltungen und Seminare der Zusammenhalt der Unternehmerinnen gestärkt und der Wirtschaftsalltag erleichtert werde.Eine Sprecherin der Frauen verwies in diesem Zusammenhang auf erhebliche Defizite bei der Finanzierung der jungen Firmen.Unter 100 000 DM Kredit oder Fördersumme laufe bei den als Anlaufstelle vorgeschalteten Banken nur wenig, wurde kritisiert.Die meisten der Gründerinnen wollten sich jedoch nicht so hoch verschulden.Pieroth versprach den Frauen, über Konzepte nachzudenken, die vielleicht in Form kleiner Finanzierungsgesellschaften für den einzelnen überschaubare Summen bereitstellten.Es sei ein schizophrener Zustand, daß Frauen zu DDR-Zeiten nicht Unternehmerinnen werden konnten, dafür aber genügend Tagesstätten für ihre Kinder fanden, während sich das Problem in sein genaues Gegenteil verkehrt habe.Dabei werde allein in Berlin jedes dritte Unternehmen von einer Frau geführt; im letzten Jahr waren das immerhin 40 400.

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