Weichmacher : Spielzeug kann krank machen

Mitten in der Zeit der Weihnachtseinkäufe haben die Behörden nachdrücklich vor krebserregenden Weichmachern in Kinderspielzeug gewarnt.

Heike Jahberg

Berlin - Mitten in der Zeit der Weihnachtseinkäufe haben die Behörden nachdrücklich vor krebserregenden Weichmachern in Kinderspielzeug gewarnt. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) forderte am Montag eine Senkung der Grenzwerte für die schädlichen Kohlenwasserstoffe Pak (polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe).

Die EU-Spielzeugrichtlinie erlaubt nach Angaben des BfR für Spielzeug eine bis zu 1000 Mal höhere Konzentration der gefährlichen Stoffe als für Autoreifen. „Angesichts der steigenden Zahl von Krebsfällen bei Kindern müssen Pak in Spielzeugen so weit wie möglich reduziert werden“, sagte BfR-Sprecherin Ariane Girndt. Pak können in Ölen enthalten sein, die dazu dienen, Kunststoffe elastisch zu machen. Sie finden sich in gummiähnlichem Spielzeug zum Beispiel in Quietscheenten. Das Ärgerliche: „Die Spielzeugproduzenten brauchen die Stoffe gar nicht“, sagte Girndt, „man kann die Pak ersetzen.“

Bundesverbraucherschutzministerin Ilse Aigner (CSU) dringt darauf, die Spielzeug-Richtlinie nachzubessern. Eine Ministeriumssprecherin betonte am Montag: „Wir sind auf EU-Ebene dabei, unsere Forderungen durchzusetzen.“ Unter den EU-Ländern bestehe Einigkeit darüber, dass Verbesserungen nötig seien.

Doch für das laufende Weihnachtsgeschäft kommt diese Einsicht zu spät. Das Problem: Wer Kinderspielzeug kauft, kann nicht erkennen, ob die Produkte belastet sind oder nicht. Die Behörden empfehlen Eltern daher, sich am GS-Zeichen (geprüfte Sicherheit) zu orientieren. „Hier gelten niedrigere Grenzwerte als in der Richtlinie“, betonte Girndt. Auch der Geruch kann einen Hinweis darauf geben, ob die schädlichen Kohlenwasserstoffe verarbeitet wurden. Ein Alarmsignal ist ein strenger, stechender Geruch. Heike Jahberg

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