Weihnachten : Die große Verschwendung

Geschenkpapier aus Zeitungen, Weihnachtsbäume mit Wurzeln - wie man das Fest auch ressourcenschonend feiern kann.

Besser geht's nicht: Der Baum aus dem Garten als Weihnachtsbaum.
Besser geht's nicht: Der Baum aus dem Garten als Weihnachtsbaum.Foto: dpa

Weihnachten hat auch seine Schattenseiten, die sich besonders in den Statistiken zu Müll und Energieverbrauch zeigen. Zwischen Weihnachten und Neujahr produzieren die deutschen Haushalte deutlich mehr Müll und der Energieverbrauch steigt rasant an. Durchschnittlich 285 Euro gibt jeder Bundesbürger 2014 für Weihnachtsgeschenke aus, wie aus einer Umfrage des Marktforschungsunternehmens GfK hervorgeht. Analysten der Postbank erwarten für das diesjährige Weihnachtsgeschäft sogar einen Rekordumsatz von insgesamt mehr als 85 Milliarden Euro. Die Geschenke im Milliardenwert werden in den meisten Fällen verpackt - und der Großteil der Verpackungen landet in den Tagen nach Weihnachten im Müll. Insgesamt rund zehn Prozent mehr Abfälle als im Jahresdurchschnitt produzieren die Deutschen zwischen Weihnachten und Neujahr laut Angaben des Bundesverbands Sekundärrohstoffe und Entsorgung (BVSE).

Zeitungen statt Cellophan

Viele Bundesbürger scheinen beim Einpacken der Geschenke keinen besonderen Wert auf umweltfreundliche Verpackungen zu legen. Einem Sprecher der Entsorgungsgesellschaft in Frankfurt am Main (FES) zufolge landen in den letzten Jahren neben klassischem Geschenkpapier zunehmend mehr Verpackungen aus dem durchsichtigem Kunststoff Cellophan im Abfall. Wie die Weihnachtsgeschenke ressourcenschonender verpackt werden können, zeigt zum Beispiel die Berliner Kampagne "Trenntwende" auf ihrer Internetseite. "Alte Zeitungen und Zeitschriften" würden sich "wunderbar" als Geschenkpapier eigenen. Das schone nicht nur Ressourcen und den Geldbeutel, sondern sehe zudem "viel kreativer aus", heißt es auf der Webseite.

Nachhaltigkeitstipps hat die Kampagne auch rund um das Thema Weihnachtsbaum: Wer besonders nachhaltig Weihnachten feiern will, der sollte sich einen Christbaum mit Wurzeln kaufen und ihn im Frühjahr im Garten einpflanzen. Klassische Weihnachtsbäume, von denen zum Fest rund 24 Millionen verkauft werden, gehören übrigens nicht in den Hausmüll. Auf Sammelplätzen oder am Straßenrand holen die Müllabfuhren sie ab. Viele werden geschreddert und zur Strom-und Wärmeerzeugung verbrannt.

Auch der Energiebedarf steigt zum Fest rasant an. Stromanbieter sprechen am ersten Weihnachtsfeiertag scherzhaft von der Gänsebratenspitze. Laut Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) steigt der Stromverbrauch ab neun Uhr morgens an und normalisiert sich erst gegen Mittag wieder. Insgesamt verbrauchen die deutschen Haushalte am 25. Dezember rund ein Drittel mehr Energie als an gewöhnlichen Wintertagen. AFP

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