Weihnachtsgeld : Finanzspritze zum Fest

Hohe Unterschiede beim Weihnachtsgeld: Einige bekommen nichts, andere ein volles Monatsgehalt.

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Berlin - Auch zum Abschluss des Krisenjahres 2009 können sich Banker und Mitarbeiter der Süßwarenindustrie über ein volles Monatsgehalt als Weihnachtsgeschenk freuen. Gebäudereiniger hingegen gehen beim Weihnachtsgeld weiterhin leer aus. Die Unterschiede beim 13. Monatsgehalt sind groß, wie das WSI-Tarifarchiv der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung am Montag mitteilte. Das Institut hat Tarifverträge aus 23 Branchen ausgewertet.

Das Weihnachtsgeld steigt trotz der Wirtschaftskrise je nach Tarifbereich zwischen 1,5 und 7,3 Prozent. Für mittlere Einkommen bedeutet das ein Plus zwischen 16 und 117 Euro gegenüber 2008. „Die Beschäftigten in tarifgebundenen Betrieben profitieren von den Tarifabschlüssen 2009“, sagte der Leiter des WSI-Tarifarchivs, Reinhard Bispinck.

Auch die Unterschiede zwischen Ost- und Westdeutschland bleiben in einigen Branchen hoch. So steigt die Sonderzahlung für Mitarbeiter im öffentlichen Dienst der westlichen Gemeinden in diesem Jahr um 58 Euro auf 2132 Euro. Ihre ostdeutschen Kollegen erhalten nur 1599 Euro, das sind 44 Euro mehr als im vergangenen Jahr. Während im Bauhauptgewerbe in den östlichen Ländern weiterhin kein Weihnachtsgeld gezahlt wird, gibt es für die westdeutschen Angestellten sogar eine Erhöhung um 30 Euro (2,3 Prozent) auf 1349 Euro. In anderen Bereichen, wie der Druckindustrie oder den Versicherungen, haben die Beschäftigten in den neuen Ländern hingegen gleichgezogen.

Als weitere repräsentative Beispiele nennt das WSI die Metallindustrie Nordwürttemberg/Nordbaden, wo das Weihnachtsgeld um 56 Euro (4,2 Prozent) auf 1392 Euro in der mittleren Einkommensgruppe steigt oder den Nordrhein-Westfälischen Einzelhandel, wo die Beschäftigten mit 1318 Euro einen Zuschlag von 27 Euro erhalten. Allerdings weist das WSI auch auf die Öffnungsklauseln in vielen Tarifverträgen hin, die Abstriche beim Weihnachtsgeld erlauben.mco

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