Weihnachtsgeschenke : Großzügige Gaben

Spielzeug gehört zu den beliebtesten Weihnachtsgeschenken – der Preis ist für viele zweitrangig. Das freut Handel und Hersteller

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Spielen unterm Tannenbaum. Die Eisenbahn gehört zu den Klassikern unter den Weihnachtsgeschenken. Foto: dpa
Spielen unterm Tannenbaum. Die Eisenbahn gehört zu den Klassikern unter den Weihnachtsgeschenken.Foto: dpa

Ob Roboterhund, Holzeisenbahn, Miniaturauto, Plüschtier oder interaktive Babypuppe: Wenn es um Weihnachtsgeschenke für den Nachwuchs geht, ist Deutschlands Eltern und Großeltern fast nichts zu teuer. Wenn die Vorhersagen des Bundesverbandes des Spielwaren-Einzelhandels (BVS) eintreten, werden auch in diesem Jahr zum Christfest wieder großzügige Gaben für die Kleinen unter dem Tannenbaum liegen. Mehr als die Hälfte ihrer Weihnachtsgeschenke kommt laut BVS aus dem Spielwarenbereich. Das lässt nicht nur die Herzen der Kinder höher schlagen: Für die Spielzeughersteller- und händler sind die Wochen vor dem Fest die umsatzstärkste Zeit im Jahr. Die Spielwarenindustrie rechnet 2014 mit einem Jahresumsatz von 2,7 Milliarden Euro – und hofft wie jedes Jahr auf das Weihnachtsgeschäft.

Die Deutschen sind Großzügige Schenker

Die Branche weiß wohl, dass die Deutschen keineswegs sparsam sind, wenn es um ihre Kinder geht. So sind es denn mitnichten kleine Präsente, die die Großen den Kleinen an Heiligabend machten, sagt Ulrich Brobeil, Geschäftsführer des Deutschen Verbands der Spielwarenindustrie (DVSI).

„Geiz ist out“, sagt er. „Die meisten Geschenke richten sich nach den Wünschen der Kinder und orientieren sich nicht am Preis.“ Und: Je jünger der Nachwuchs der Familie ist, desto spendabler zeigt sich die Verwandtschaft.

Bei Weihnachtsgeschenken für Kinder achtet die Verwandtschaft kaum aufs Geld

Das weiß auch Anna Ermann von Playmobil. Der süddeutsche Spielzeughersteller generiert wie viele seiner Konkurrenten rund 40 Prozent seines Jahresumsatzes im Weihnachtsgeschäft. „Dann sind offenbar mehr Menschen bereit, größere Wünsche zu erfüllen“, sagt die Unternehmenssprecherin. In den Wochen vor dem 24. Dezember verkauften sich besonders Klassiker des Hauses wie das Piratenschiff, die Feuerwehrstation oder die Polizeikommandozentrale sehr gut, sagt Ermann.

Die Spielzeug-Sets bestehen aus Plastikgebäuden nebst Figuren, Fahrzeugen und anderem Zubehör und kosten ab 70 Euro aufwärts. „Viele finden, dass das für ein Geschenk unter dem Jahr zu teuer ist und heben es sich für Weihnachten auf“, sagt Ermann. Playmobil hat seit einigen Jahren auch spezielle Weihnachtsartikel wie Adventskalender oder eine Krippe im Sortiment. Zudem wirft das Unternehmen traditionell vor Weihnachten neue Produkte auf den Markt, die das Geschäft zusätzlich ankurbeln sollen.

Neben den Wünschen der Kinder achteten die Geschenkekäufer an Weihnachten vor allem auf Qualität, sagt DVSI-Geschäftsführer Brobeil. Während Präsente wie Bücher oder CDs häufig im Internet bestellt würden, kauften die meisten Spielzeug traditionell im Laden. „Die Haptik spielt da eine große Rolle“, sagt Brobeil. „Es ist schon ein großer Unterschied, ob man nur ein Foto im Netz anschauen oder die Ware tatsächlich anfassen kann.“ Zudem stände im Fachhandel neben einer meist großen Auswahl unterschiedlicher Spielsachen im Gegensatz zum Internet auch entsprechende Beratung zur Verfügung – ein Service, den vor allem Unentschlossene sehr schätzen.

Klassische Spielwaren und Digitales sind gefragt

Wer genau weiß, was er zu Weihnachten verschenken möchte, startet seine Shoppingtour schon im Oktober oder November. Die Einkäufe dieser Kunden liefern Anhaltspunkte, welche Produkte in diesem Jahr auf den Wunschlisten der Kinder ganz weit oben stehen. Laut Ulrich Brobeil vom DVSI werden neben klassischen Spielwaren wie Brettspielen, Eisenbahnen, Miniaturautos oder Puppen mit fortschreitender Digitalisierung auch mehr Spielzeuge aus dem Technik-Bereich für den Nachwuchs interessant. Als Beispiel nennt Brobeil Lerncomputer und interaktive Spielsachen wie die Babypuppe, die per App Wörter lernen kann.

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