Weihnachtsgeschenke : Wie man das passende Smartphone findet

Ein Smartphone steht auf dem Wunschzettel vieler Deutscher. Die Auswahl ist inzwischen riesig und das macht das Schenken umso schwerer. Wie findet man das passende Telefon? Es gibt einige Dinge, die man bei der Suche beachten sollte.

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Heiß ersehnt. Oft zeigen schon die ganz Kleinen großes Interesse an den mobilen Minicomputern. Foto: picture-alliance/dpa
Heiß ersehnt. Oft zeigen schon die ganz Kleinen großes Interesse an den mobilen Minicomputern. Foto: picture-alliance/dpaFoto: picture-alliance/ dpa

Fast jeder vierte Bundesbürger wünscht sich ein Smartphone zu Weihnachten. Das hat der Hightech-Verband Bitkom ermittelt. Das Schöne ist: Die Auswahl ist inzwischen riesig. Das macht das Schenken aber dennoch nicht leichter, denn das eine beste Smartphone für alle gibt es nicht. „Wer ein Smartphone verschenken will, sollte eine konkrete Vorstellung haben, was es können muss“, sagt Bettina Seute vom Onlineportal Teltarif.de. Die Frage lautet also: Was will der Beschenkte mit dem neuen Smartphone vor allem machen?

Eine wichtige Entscheidung, die man dabei treffen muss, ist die Wahl des Betriebssystems. Das ist die Software, die das Smartphone steuert. Die Erfahrung zeigt, dass Nutzer meist bei dem einmal gewählten Betriebssystem bleiben, weil sie sich an die Funktionen gewöhnt und eventuell auch eine Menge Geld in die zugehörigen Apps investiert haben. Die drei wichtigsten Betriebssysteme für Smartphones sind Android, iOS und Windows Phone.

Das am meisten verbreitete Betriebssystem ist Android von Google, für das es auch die größte Anzahl an verschiedenen Geräten von unterschiedlichen Herstellern gibt. Hinzu kommt: „Der Google Play Store bietet die größte Auswahl an Apps“, sagt Seute. Apple wiederum hat ein eigenes Betriebssystem und wer sich für ein iPhone entscheidet, trifft damit automatisch auch die Entscheidung für iOS und die zugehörigen Apps. Nokia und eine Reihe anderer Hersteller arbeiten dagegen mit dem Betriebssystem Windows Phone von Microsoft, wobei die Zahl der Apps hier noch am kleinsten ist.

Die seltsamsten Smartphone-Gadgets
Früh übt sich: Das Kind von morgen lernt seine ersten Wörter nicht mit Mama und Papa, sondern mit der Smartphone-Rassel, wie sie auch im Tech-Talk von Frank Plasberg vorgestellt wurde.Alle Bilder anzeigen
1 von 9Foto: Promo
05.02.2013 09:59Früh übt sich: Das Kind von morgen lernt seine ersten Wörter nicht mit Mama und Papa, sondern mit der Smartphone-Rassel, wie sie...

Eine gute Kamera oder schnelle Datenverarbeitung?

Dann geht es um die Frage, was das Gerät können sollte: Wer zum Beispiel viel und gerne fotografiert, legt Wert auf eine gute Kamera und eine hohe Auflösung des Displays. Leider ist dabei eine hohe Pixelzahl (Zahl der Bildpunkte) bei der Kamera nicht unbedingt mit einer besseren Bildqualität gleichzusetzen. Testberichte zeigen, dass es inzwischen von fast jedem Hersteller ein Modell gibt, das eine sehr gute Kamera vorweisen kann.

Ein anderes Entscheidungskriterium kann eine besondere Ausstattung für Musikfans sein. Wer dagegen viele Videos schaut oder aus anderen Gründen auf eine schnelle Datenverarbeitung Wert legt, sollte auf die Prozessorleistung achten und darauf, dass eine schnelle Datenübertragung gewährleistet ist. Am schnellsten ist die Übertragungstechnik LTE, allerdings braucht man dann auch einen Vertrag bei einem Netzbetreiber, der die LTE-Nutzung einschließt.

Für Menschen, die viel im Ausland unterwegs sind, kann ein Gerät sinnvoll sein, das gleich zwei verschiedene Sim- Karten aufnehmen kann (Dual-Sim). So ist man im Ausland weiter unter der gewohnten Nummer erreichbar, spart mit einer zweiten Sim-Karte aus dem Urlaubsland aber die teuren Roamingkosten. Die Dual-Sim-Möglichkeit ist ebenfalls für solche Smartphone-Besitzer attraktiv, die private und geschäftliche Nutzung trennen wollen, ohne zwei verschiedene Geräte herumtragen zu müssen.

Nicht einfach die alte Sim-Karte einstecken

Seute von Teltarif rät, das Smartphone unabhängig vom Mobilfunktarif zu kaufen. „Meist fährt man günstiger, wenn man beides getrennt macht“, sagt die Expertin. Zum Verschenken ist das ohnehin einfacher. Allerdings kann es auch sinnvolle Kombinationen von Gerät plus Tarif geben. Dann zahlt man das Smartphone über die Laufzeit des Vertrags monatlich ab. „Gute Geräte gibt es auch schon zwischen 100 und 200 Euro“, sagt Seute. Sehr günstig werden manchmal Geräte angeboten, die mit einer älteren Version von Android laufen. Das geht ohne Probleme, wenn man nicht immer wieder neue Apps lädt. In dem Fall sollte man auf die neueste Version achten, im Moment ist es Android 4.4.1.

Zum Schluss kommt der Tarif: „Auf keinen Fall sollte man die Sim-Karte aus dem alten Handy einfach in das neue Smartphone stecken“, warnt Seute. „Wenn man dann einfach drauflos surft, kann das teuer werden.“ Bei alten Tarifen, die rein für das Telefonieren gedacht waren, ist die Datenübertragung in der Regel unverhältnismäßig teuer. Wer ein Smartphone nutzen will, braucht daher unbedingt einen passenden Tarif mit Datenoption.

Grundsätzlich gilt auch beim Tarif, dass er zum individuellen Nutzerverhalten passen muss. „Man sollte sich also vorher fragen: Wo und wie oft nutze ich mobile Daten?“, rät Seute. Wer sich etwa zu Hause oder im Büro in ein W-Lan-Netz einbuchen kann, braucht in der Zeit keine teuren Mobilfunktarife zu bezahlen. „Entscheidend ist auch die Laufzeit des Vertrags“, sagt Seute. Wer sich länger bindet, meist 24 Monate, zahlt in der Regel weniger, kann dann aber nicht flexibel reagieren.

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