Wirtschaft : WEINE DES MONATS

Peter Scheib

PFALZ

Feiner Spätburgunder in ungewöhnlicher Verpackung

In der ganzen Welt haben sich die praktischen „Bag-in–Box“-Verpackungen ausgebreitet, denn sie sind leicht zu transportieren und halten den Wein nach Anbruch bis zu zwei Monaten frisch.Doch gerade in Deutschland steckt darin fast immer miese Billigqualität.Hauswein heißt das Berliner Unternehmen, das diese Situation ändern will und jetzt mit einem nur sechs Sorten umfassenden Sortiment auf den Markt gekommen ist. Für die Qualität bürgt Gunnar Tietz, der Chefsommelier des Palace-Hotels. Er hat mit der Wahl des 2005 Spätburgunder von Matthias Gaul eine glückliche Hand bewiesen, denn in der karg gestylten Box steckt ein Wein, der auch in Flaschen gute Figur machen würde, sortentypisch, fruchtig und elegant, zudem von vielschichtiger Komplexität und Mineralität. Die 3-Liter-Box kostet 39,50 Euro, das entspricht einem sehr angemessenen Flaschenpreis von knapp zehn Euro. Zu haben ist sie bei Hauswein in der Mommsenstraße 47 in Charlottenburg oder im Internet, www.hauswein.de.

BORDEAUX

Weißer Frankreich-Bestseller in aktueller Version

Bordeaux – das ist Rotwein. Trockener Weißwein aus der Gegend wird praktisch nicht zur Kenntnis genommen, er gilt als belanglos. Das ist eine Haltung, die Lucien Lurton schon in den Fünfziger Jahren zu korrigieren versuchte. Er brach in seiner Heimatregion Entre-deux-Mers Tabus gleich reihenweise: Erntete vor der Vollreife, ließ den Most gekühlt im Edelstahl vergären, reduzierte den Anteil der Semillon zugunsten der Sauvignon blanc und setzte schließlich sogar Erntemaschinen ein, um die Trauben zu einem exakt bestimmten Zeitpunkt einzubringen. Das Ergebnis sind herrlich saftige, animierende Weißweine wie unser 2006 Chateau Bonnet Entre-deux-Mers, der ganz von der Feinheit und floralen Eleganz der Sauvignon geprägt wird, ein moderner Klassiker, der zu Recht schon seit Jahrzehnten ein Stützpfeiler des Sortiments von Jacques´ Wein-Depot ist. Es gibt ihn für 7,75 Euro in allen Filialen. (www.jacques.de). Peter Scheib

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