Weiterbildung : Fit für die Karriere

Wer als Profi-Sportler oder Quereinsteiger im Sportbusiness sein Geld verdienen will, braucht zusätzliches Fachwissen. Mit einer Weiterbildung zum Sportbetriebswirt, hat man gute Chancen auf einen Job im Management eines Studios oder Vereins.

Lara Sogorski
Training zahlt sich aus. Der Markt für Fitnessstudios wächst kontinuierlich. Dabei entstehen viele neue Arbeitsplätze. Um in einem Fitnessstudio Fuß zu fassen, reicht oft anfangs eine Weiterbildung als Fitnesstrainer aus. Die lässt sich mit Spezialisierungen kombinieren – wie Sporternährung oder Ausdauertraining. Foto: dpa
Training zahlt sich aus. Der Markt für Fitnessstudios wächst kontinuierlich. Dabei entstehen viele neue Arbeitsplätze. Um in einem...Foto: picture alliance / dpa

Im Moment muss sich Robert Schulze noch keine Sorgen darum machen, wie er über die Runden kommt. Der 22-Jährige ist Profi-Handballer beim HSV Hamburg, mit fünf Jahren hat er mit dem Sport angefangen. Doch schon jetzt bereitet er sich auf die Zeit nach der Karriere vor. Denn mit 30 Jahren, sagt er, ist bei den meisten Schluss. Schulze will später am liebsten im Management eines großen Vereins oder einem Verband arbeiten, vielleicht im Jugendbereich, vielleicht aber auch im Marketing oder Controlling. Da will er sich noch nicht genau festlegen. Um das Ziel zu erreichen, macht er derzeit eine Weiterbildung zum Sportbetriebswirt an der Deutschen Sportmanagementakademie als Fernunterricht. Für den Handballer war das eine wichtige Voraussetzung, um überhaupt mit dem Lehrgang anfangen zu können.

Vorher hatte er es bereits mit einem normalen Studium an einer Fachhochschule versucht. Durch den Profi-Sport blieb ihm aber zu wenig Zeit für Vorlesungen und Lernen, so dass er das Ganze wieder abbrechen musste. Diese Gefahr besteht beim Fernunterricht nicht. Hier lernt der 22-Jährige vor allem zuhause mit seinen Studienbüchern und nimmt an Online-Vorlesungen teil. Präsenzveranstaltungen gibt es zwar auch, aber die Zeiten kann er gut in seinen Sportplan einbinden.

Nicht nur Profi-Sportler brauchen für die Zeit nach der Karriere fundiertes Fachwissen, um einen Job im Sportbusiness zu ergattern. Gute Kontakte allein reichen dazu nicht aus. Geht es um Aufgaben im Managementbereich, wollen viele Vereine, Verbände, Agenturen und Sportstudios mittlerweile sogar einen akademischen Abschluss sehen. „Auch wer erst einmal als Trainer anfangen will, braucht anders als noch vor sechs Jahren heute in der Regel eine entsprechende Lizenz“, sagt Matthias Surau, Geschäftsführer der Orthovita Sportakademie in Berlin, Ausbildungsstätte für Sportberufe. Per Weiterbildung lässt sich die nötige Grundlage legen, um dann nach einigen Jahren Berufserfahrung den Fachwirt anschließen zu können – der einen wiederum auf die Stufe mit einem Bachelor hebt und für ein Studium qualifiziert. Am Ende kommt es allerdings vor allem auf das eigene Engagement an, wie hoch es auf der Karriereleiter geht.

Ein Berufseinstieg im Sportbusiness ist attraktiv, denn der Markt rund um die Gesundheit gilt als einer der größten Zukunftsmärkte. Bereits heute arbeiten laut Industrie- und Handelskammertag mehr als fünf Millionen Erwerbstätige in diesem Bereich, bis 2030 soll der Markt jedes Jahr um etwa zwei Prozent wachsen. Damit sollen bis zu 100 000 neue Arbeitsplätze in den nächsten zwei Jahrzehnten pro Jahr entstehen. „Der demografische Wandel, verändertes Freizeit- und Nachfrageverhalten schlagen auf den Sportmarkt durch“, sagt Ulrich Semblat, Vorstandsvorsitzender des Berufsverbandes der Sportökonomen/-manager (VSD). Das bedeutet: Neue Angebote, etwa für Ältere, und neue Beschäftigungschancen entstehen, beispielsweise in den Profi-Clubs, in der Sportartikelindustrie, den Agenturen und bei Unternehmen, die den Sport sponsern oder mit ihm werben. Auch der Markt für Fitnessstudios wächst kontinuierlich. „Auch die großen Fitnessketten in Berlin planen im kommenden Jahr weiter zu wachsen“, sagt Surau.

Um hier Fuß zu fassen, reicht am Anfang eine Weiterbildung als Fitnesstrainer über die grundlegende B-Lizenz bis zur aufbauenden A-Lizenz. Das lässt sich mit Spezialisierungen kombinieren wie Sporternährung, Ausdauertraining oder Indoor Cycling. Als einzelne Weiterbildungskurse im Fernlehrgang gibt es diese Angebote zum Beispiel am IST-Studieninstitut. Der sechsmonatige Kurs zur Trainer-B-Lizenz kostet hier beispielsweise 1100 Euro.

Wer seine Trainerlizenz sofort mit einer Lizenz als Ernährungsberater und Personaltrainer verbinden will, bekommt bei der Berliner Orthovita Sportakademie eine entsprechende Möglichkeit in Form eines Kompaktkurses über 19 Präsenztage zum Preis von 1890 Euro. Teilnehmer, die vorher schon eine kaufmännische Ausbildung absolviert haben, können nach zwei bis drei Jahren Berufserfahrung im Fitnessbereich den IHK-geprüften Fitnessfachwirt anschließen. So hat es zum Beispiel Ralf Behrens geplant. Der 42-Jährige ist erst Ende Juni mit dem Paket Trainer-Lizenz, Ernährungsberater und Personaltrainer bei Orthovita gestartet. Anschließend fand er direkt einen Job als Trainer in einem Fitnessstudio. Und seit dem 1. November ist er bereits Leiter einer McFit-Fililale in Berlin. Vor seinem Entschluss in die Sportbranche einzusteigen hatte er im Einzelhandel gearbeitet. „Da war ich aber nicht mehr so ganz glücklich“, begründet er seinen Entschluss. Zudem schlug sein Herz schon immer für den Sport. Als Judoka konnte er in früheren Jahren mehrere Titel gewinnen. Jetzt will er sich eine neue berufliche Zukunft im Sport aufbauen, mit dem Fachwirt in der Tasche irgendwann vielleicht sogar in einem Sporthotel oder einer Wellnessanlage arbeiten.

Wer schon von Anfang an weiß, dass er einmal im Managementbereich arbeiten will, also etwa für das Marketing, die Sportlervermarktung oder gar in der Geschäftsleitung, kann direkt eine Weiterbildung Sportmanagement wählen wie Robert Schulze. An der Deutschen Sportmanagement Akademie (DSA) dauert der Fernlehrgang Sportbetriebswirt 18 Monate, in denen zuerst das betriebswirtschaftliche Wissen vermittelt wird vom Sportrecht, über das Personalmanagement, die Sportvermarktung und das Vereins- und Veranstaltungsmanagement.

Anschließend können die Teilnehmer zwei eigene Schwerpunktmodule wählen wie Fußballmanagement, Finanzierung und Controlling oder Medien und Kommunikation. Insgesamt kostet die Weiterbildung 2502 Euro. Ebenfalls 18 Monate dauert die Weiterbildung Sportmanagement als Diplomlehrgang am IST-Studieninstitut. Hier kostet der Kurs 3564 Euro. Eine Wahl eigener Schwerpunkt innerhalb der Weiterbildung gibt es nicht. Spezialisierungen wie etwa zum Manager im Pferdesport oder Sportrecht werden separat als Zertifikats-Lehrgänge angeboten.

Welcher Berufsweg wie viel Gehalt verspricht, lässt sich nicht eindeutig sagen. Das hängt neben den Aufgaben vor allem von der Größe des Arbeitgebers ab. Schnell viel Geld lasse sich allerdings nicht verdienen, sagen die Experten. Laut Surau kann ein Trainer in einem Fitnessstudio mit etwa 1200 Euro im Monat rechnen. Das durchschnittliche Einstiegsgehalt eines Sportmanagers liegt etwa bei 30 000 Euro brutto im Jahr. Die Millionengagen der Bundesliga-Manager liegen demgegenüber natürlich in weiter Ferne. Wer sich aber in der Branche vernetzt und viele Kontakte knüpft, hat gute Chancen aufzusteigen.

Das wünscht sich auch Robert Schulze, und er ist optimistisch: „Ich denke, ich habe gute Chancen nach der Weiterbildungen einen Job zu finden, weil meine Erfahrungen als Profi-Sportler sicher für viele Vereine und Unternehmen interessant sind.“

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