Wirtschaft : Weitere Bankenfusion so gut wie sicher

Sparkasseninstitute gehen zusammen FRANKFURT (MAIN) (ro).Die nächste Fusion im Bankensektor ist weitgehend unter Dach und Fach.Die Deutsche Girozentrale (DGZ), das Spitzeninstitut der deutschen Sparkassen, und die DekaBank, die sich vor allem um das Fondsgeschäft der Sparkassen-Gruppe kümmert, sollen zusammengeschlossen werden.Die Verschmelzung der beiden in Frankfurt ansässigen Banken soll bis zum Deutschen Sparkassen-Tag Ende April in Leipzig in trockenen Tüchern sein, kündigte DekaBank-Vorstandschef Friedhelm Schaperjahn am Montag in Frankfurt an.Einzelheiten nannte der Banker nicht.Als Grund für das Zusammengehen gilt vor allem der wachsende Eigenkapitalbedarf der DekaBank.Die DGZ verfüge über das entsprechende Kapital, die DekaBank könne es allerdings renditeträchtiger nutzen, heißt es in Frankfurt.Zudem hat die Bedeutung der DGZ in den letzten Jahren abgenommen, während sich die DekaBank als Nummer zwei in der Investmentbranche hinter der Deutsche Bank-Tochter DWS immer mehr in den Vordergrund schob.Eigentümer beider Banken sind der Sparkassen- und Giroverband und fast alle Landesbanken. Die DekaBank hat ihre Position 1997 weiter ausgebaut, wie Schaperjahn berichtete.Das gesamte Volumen der Publikums- und Spezial-Investmentfonds, die die Bank verwaltet, kletterte 1997 um 26 Prozent auf fast 135 Mrd.DM.Zwei Drittel des Zuwachses entfallen auf neue Mittel, die die Sparer den Fonds der DekaBank anvertrauten, ein Drittel auf die Wertsteigerung des verwalteten Vermögens.Mit diesem Fondsvolumen hat die DekaBank einen Marktanteil von 13 Prozent.Netto flossen den Sparkassenfonds 1997 rund 17,8 Mrd.DM an frischen Anlegergeldern zu.In der Spitze legten die Fonds im Wert um bis zu 67 Prozent zu.Allerdings gab es bei den Asien-Pazifik-Fonds auch Wertverluste von bis zu 30 Prozent. Nach dem "voll befriedigenden" Geschäftsjahr 1997, das der DekaBank einen um gut 20 Prozent höheren Vorsteuer-Gewinn von 185 Mill.DM brachte, rechnet Schaperjahn 1998 mit weiterem Wachstum.Grund: Das Dritte Finanzmarktförderungsgesetz erlaubt den Investmentgesellschaften die Auflage neuer Fonds - wie etwa des Pensions-Sondervermögens für die Altersvorsorge.Um sich auf die neuen Geschäfte vorzubereiten investiert die DekaBank bis zum Jahr 2000 rund 100 Mill.DM in neue Technik.Wie 1997 werden auch 1998 rund 100 Arbeitsplätze geschaffen.Ende 1997 beschäftigte das Geldhaus 880 Mitarbeiter.

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