Wirtschaft : Weitere Fusionen in der Reisebranche

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Hamburg (dpa). Die Reiseindustrie in Europa konzentriert sich mehr und mehr auf wenige große Konzerne. Die zehn größten Unternehmen erzielten 2001 einen Umsatz von 45,9 Milliarden Euro und damit 4,5 Milliarden Euro mehr als im Vorjahr, ermittelte die Hamburger Fachzeitschrift fvw international. Nach wie vor führt TUI, Hannover, mit einem Umsatz von 12,8 Milliarden Euro die Hitliste an. Auf Platz zwei ist die britische My Travel (ehemals Airtours) mit 8,2 Milliarden Euro Umsatz, und auf dem dritten Platz landet Thomas Cook (Oberursel) mit 7,9 Milliarden Euro Umsatz. Zurzeit hinke die Nachfrage europaweit deutlich hinter den Erwartungen hinterher, schreibt die fvw. Insbesondere Deutschland schneide als größter Markt am schlechtesten ab. Ein Umsatzrückgang von rund zehn Prozent gelte inzwischen als unvermeidbar. Für den Flugpauschalreisemarkt betrage der Rückstand 15 Prozent. In Großbritannien hofften die Veranstalter noch, mit einem blauen Auge aus der Krise herauszukommen.

Neue Unruhe auf dem Reisemarkt habe eine Entscheidung des Europäischen Gerichtshof gebracht, der das Verbot der Übernahme des britschen Veranstalters First Choice (Platz 5) durch Airtours aus dem Jahr 1999 aufgehoben hat. Dadurch erschienen den Konzernen plötzlich wieder Übernahmen möglich, die zuvor kaum Aussicht auf Genehmigung hatten, heißt es in dem Magazin. My Travel dürfe allerdings im Moment kaum die nötige Finanzkraft haben. Denkbar sei auch eine Übernahme in die andere Richtung. Auf jeden Fall würde ein Zusammenschluss der beiden Briten die TUI von dem Spitzenplatz verdrängen und Thomas Cook für lange Sicht auf den dritten Platz verdammen. Auch Thomas Cook könnte sich mit einer Übernahme von My Travel an die europäische Spitze setzen. Zu einer Übernahme durch die TUI schreibt die fvw: „Ein Riese wie My Travel würde die Führung der TUI regelrecht zementieren.“

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