Wirtschaft : Weitere Lustreisen bei Ergo Versicherung zahlte für diverse Bordellbesuche

Düsseldorf - Beim Versicherungskonzern Ergo reißen die Affären um Lustreisen auf Kosten des Unternehmens nicht ab. Nachdem der zweitgrößte deutsche Erstversicherer erst vor einem Jahr durch eine Sex-Sause für Versicherungsvertreter in einer Budapester Therme in die Schlagzeilen geraten war, brachte die Konzernrevision nun weitere Fälle ans Tageslicht. Demnach haben Vertreter bei der Konzerntochter Hamburg-Mannheimer in den Jahren 2009, 2010 und 2011 Reisen in einen Swingerklub auf Jamaika organisiert. Ergo-Sprecher Alexander Becker bestätige am Donnerstag einen entsprechenden „Handelsblatt“-Bericht.

Die Zeitung berief sich auf einen Revisionsbericht, wonach allein bei einer Reise 2010 Gesamtkosten in Höhe von mehr als 75 000 Euro anfielen. 2005 soll außerdem ein Bordellbesuch auf Mallorca vom damaligen Vertriebschef gesponsert worden sein. Die Sexparty in Budapest mit Prostituierten als Belohnung für Versicherungsvertreter sei zwar in ihrem Umfang einmalig, aber die Berichte der Revision zeigten, dass Sexreisen offenbar als ein gängiges Belohnungsinstrument eingesetzt worden seien.

Bei Ergo hieß es, dass der Bordellbesuch auf Mallorca und die Ausflüge in den berüchtigten Swingerklub Hedonism II auf Jamaika nicht mit der Budapester Affäre vergleichbar seien. Unabhängige Vermittler hätten die Jamaika-Reisen in Eigenregie organisiert, sagte Becker. Dafür habe es Zuschüsse gegeben. Zur Mallorca-Reise sagte er: „Es gab seinerzeit Hinweise, dass nach dem Programm noch in ein Bordell eingeladen worden sein soll.“ Dies sei am Ende einer Untersuchung aber nicht eindeutig gewesen.

Für Vorstandschef Torsten Oletzky sind die weiteren Lustreisen ein Rückschlag – hatte er doch nach Bekanntwerden der Budapester Sexparty hart daran gearbeitet, das Image des Versicherers zu verbessern. Er sprach damals von einem unentschuldbaren Fehlverhalten. Ein neuer sogenannter Compliance-Bereich wurde geschaffen, der sich um die Einhaltung von Verhaltensregeln kümmern sollte. dpaERGO AG]

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