Wirtschaft : Weitere Razzien in Finanzbranche UBS-Niederlassung und Berenberg betroffen

Frankfurt am Main - Steuerfahnder haben auch am Dienstag wieder bundesweit die Räume mehrerer Banken durchsucht. Ein Sprecher der Schweizer Großbank UBS bestätigte, dass die deutsche Niederlassung in München aufgesucht worden sei. Bei den Ermittlungen gegen Steuerhinterzieher nahmen sich Fahnder auch die Berenberg Bank in Hamburg vor. Die Steuerfahnder hätten sich rund zehn Minuten in der Bank aufgehalten, sagte ein Sprecher des Instituts. In beiden Fällen hätten sich die Ermittlungen gegen Kunden gerichtet, nicht gegen die Banken, wie die Sprecher betonten.

Finanzkreisen zufolge soll es sich auch bei den Durchsuchungen der Privatbankiers Metzler und Hauck & Aufhäuser vom Montag um die Fahndung nach Kundenunterlagen gehandelt haben. Es sei vor allem darum gegangen, bestimmte Geldströme auszuwerten. Am Montag hatten die Ermittler auch die Münchener Büroräume der Dresdner Bank unter die Lupe genommen, wie ein Sprecher der Allianz-Tochter am Dienstag bestätigte.

Beim Bankhaus Metzler wurden lediglich Kopien, aber keine Ordner oder Unterlagen beschlagnahmt. Bei der Bank erwartet man nicht, dass die Fahnder noch einmal auftauchen. Die Banker fühlen sich nicht als Beschuldigte. Metzler unterhält bewusst keine Auslandsfilialen, auch nicht in der Schweiz oder in Luxemburg. Tipps zur Steuerflucht bekommt man in dem 334 Jahre alten Bankhaus, das unabhängig und im Besitz der Familie ist, nicht. Metzler wie auch die Partner der Bank genießen in Finanzkreisen und in der Politik hohes Ansehen. Das Institut kümmert sich vor allem um Familienunternehmen. Ein hochrangiger Manager räumt indes ein, dass man auch bei Metzler nicht alles über die Kunden wissen könne, etwa ob sie über eine zweite Bank doch Geld im Ausland liegen hätten. ro/dpa

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