Wirtschaft : Weitere Reste von Jukos versteigert

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Moskau - Der italienische Energiekonzern Eni hat 20 Prozent der Gasprom-Tochter Gaspromneft aus der Konkursmasse des zerschlagenen russischen Ölkonzerns Jukos ersteigert. Der Gesamtpreis für das Paket, zu dem auch kleinere Förderbetriebe gehören, habe umgerechnet 4,36 Milliarden Euro betragen, meldete die Agentur Interfax am Mittwoch. Vor der Versteigerung hatte Eni eine Option zur Übernahme der Aktien durch den staatlichen russischen Gaskonzern Gasprom vereinbart. Dessen Vizevorstand Alexander Medwedew deutete am Mittwoch an, dass sein Unternehmen die Option „binnen weniger Tage“ nutzen werde. Offenbar hat Gasprom aus Angst vor möglichen Klagen von Jukos-Aktionären nicht selber bieten wollen. Nach der Übernahme des 20-prozentigen Anteils wäre Gasprom Alleininhaber von Gaspromneft.

Jukos wurde im August für bankrott erklärt und war mit milliardenschweren Steuernachforderungen in die Pleite getrieben worden. Der einst größte russische Ölkonzern hat seinen wichtigsten Förderbetrieb, Juganskneftegas, bereits an Rosneft abgeben müssen. Der frühere Jukos-Haupteigner und Kremlkritiker Michail Chodorkowskij verbüßt wegen Betrugs und Steuerhinterziehung eine achtjährige Lagerhaft in Sibirien. dpa

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