Wells Fargo, Citi und JP Morgan : US-Banken machen Milliardengewinne

JP Morgan, Citigroup und Wells Fargo übertreffen mit ihrem Gewinnen die Erwartungen. Die US-Banken stehen damit sehr viel besser da als die deutschen Geldhäuser.

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Mehr Licht als Schatten. Wells Fargo steht gut da.
Mehr Licht als Schatten. Wells Fargo steht gut da.Foto: REUTERS

Da können die deutschen Banker schon etwas neidisch werden. Ihre amerikanischen Konkurrenten haben die Folgen der Finanzkrise längst weggesteckt. Auch der Brexit trifft sie weniger hart, als Analysten das erwartet hatten. Das zeigen die Zahlen, die JP Morgan, Citigroup und Wells Fargo nun veröffentlicht haben. „Wir bleiben eine Quelle der Stärke für unsere Kunden“, sagte JP-Morgan-Chef Jamie Dimon selbstbewusst. Sein Geldhaus hat – wie auch die Citigroup und Wells Fargo – im zweiten Quartal erneut einen Milliardengewinn gemacht. Zwar ist der Gewinn von JP Morgan um ein Prozent zurückgegangen auf 6,2 Milliarden Euro, doch Analysten hatten angesichts der Brexit-Sorgen mit einem viel stärkeren Rückgang gerechnet.

Bei der Citigroup und bei Wells Fargo sieht es ähnlich aus. Der Nettogewinn von Wells Fargo fiel um 3,5 Prozent auf gut fünf Milliarden Dollar. Bei Citi sank der Überschuss um 14 Prozent auf vier Milliarden Dollar. Ein Minus in der Größenordnung scheint erheblich, doch Citi-Chef Michael Corbat war selbst bis vor Kurzem noch von einem Rückgang um ein Viertel ausgegangen. „Diese Zahlen zeigen, dass wir solide Ergebnisse in einem herausfordernden und volatilen Umfeld einfahren können“, sagte Corbat deshalb am Freitag.

Auch US-Banken spüren die Niedrigzinsen

Dabei hatten es auch die US-Banken in der Vergangenheit nicht leicht. Die Herausforderungen waren dieselben, unter denen auch die deutschen Banken bis heute leiden: erst die Finanzkrise, dann die stärkere Regulierung und die niedrigen Zinsen. Doch die amerikanischen Institute haben all das sehr viel besser und schneller weggesteckt als die deutschen Institute. Das zeigt sich allein schon, wenn man sich die Aktienkurse der Banken diesseits und jenseits des Atlantiks anschaut: Während die Kurse europäischer Geldhäuser weiter fallen, haben die der amerikanischen Konkurrenz zugelegt.

Denn anders als in Europa ist es den Amerikanern fast leicht gefallen, ihre Banken nach der Krise neu aufzustellen. Geholfen hat dabei zum Beispiel ein Programm namens Tarp – das steht kurz für „Troubled Asset Relief Program“. Darüber hat der Staat den Instituten ihre faulen Kredite abgenommen. Die Häuser konnten sich so schneller vom Ballast der Krise befreien und neu starten. Auch haben die amerikanischen Banken ihr Eigenkapital sehr viel schneller und kräftiger aufgestockt, als es europäische Geldinstitute getan haben. US-Institute, die in der Krise vom Staat gerettet wurden, konnten die Hilfen dadurch zügig wieder zurückzahlen.

Rechtsstreitigkeiten haben die Amerikaner schneller beigelegt

Auch haben sie die ganzen Rechtsstreitigkeiten in Folge der Finanzkrise sehr viel schneller abgehakt und kräftig bei Personal und Marketing gespart. Das zeigt sich nun zum Beispiel auch in den Zahlen von JP Morgan. Die Bank musste im zweiten Quartal sehr viel weniger für juristische Streitigkeiten und Risiken ausgeben und konnte ihre Kosten kräftig drücken. Gleichzeitig verdient die Bank aber auch in vielen Bereichen wieder mehr Geld. Die Händler, die für ihre Kunden zum Beispiel Aktien oder festverzinsliche Wertpapiere kaufen und verkaufen, haben ihre Erlöse deutlich gesteigert.
Für JP-Morgan-Chef Dimon zahlen sich die Anstrengungen aus. 28 Millionen Dollar hat er zuletzt pro Jahr verdient – was ihn 2015 zum bestbezahlten Banker der Welt machte.


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