Wirtschaft : Weltbank-Chef befürchtet neue Probleme Zoellick sieht im Herbst „gefährliche Phase“

Peking - Weltbank-Chef Robert Zoellick hat für die kommenden Monate eine weiterhin schwierige Zeit in der internationalen Finanz- und Wirtschaftspolitik vorausgesagt. Es werde „diesen Herbst eine neue gefährliche Phase“ geben, sagte Zoellick am Samstag in Peking. Die Finanzkrise in Europa sei „eine Krise der nationalstaatlichen Schulden geworden, mit schwerwiegenden Auswirkungen auf die Währungsunion, die Banken und die Wettbewerbsfähigkeit bestimmter Länder“. In der globalen Wirtschaft hätten die Entscheidungen Europas, Amerikas und auch Chinas Auswirkungen auf alle. Politiker müssten nicht nur kurzfristig denken, sondern auch Entscheidungen über die mittel- und langfristigen Motoren für Wachstum und Innovation treffen.

Auch die USA sieht er vor großen Problemen. „Mein Land, die Vereinigten Staaten, muss die Probleme mit seinen Schulden, den Ausgaben, der Steuerreform zur Förderung des Privatsektors und einer festgefahrenen Handelspolitik anpacken.“ All dies sei in einem „internationalen Kontext eines verlangsamten Wachstums und eines geschwächten Vertrauens“ zu bewältigen.

China rief Zoellick auf, bei seinem Wirtschaftswachstum weniger auf ausländische Investitionen und Exporte, sondern mehr auf den heimischen Konsum zu setzen. Die Weltbank habe China im Juli in die Gruppe der Volkswirtschaften mit überdurchschnittlichem Einkommen eingestuft. In den kommenden 15 bis 20 Jahren könne das Land in die Kategorie der Länder mit hohen Einkommen aufsteigen. Dazu sei aber ein Strategiewechsel nötig. „Die Länder mit mittlerem Einkommen können nicht mehr von Wachstumsmodellen abhängen, die funktioniert haben, als sie arm waren“, warnte Zoellick. Ohne eine veränderte Herangehensweise riskierten sie, „im Wettbewerb mit den Niedriglohnländern ebenso zu verlieren wie gegen die Länder mit hohen Einkommen in Bezug auf Innovation und technologischem Wandel“. AFP/dpa

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