Wirtschaft : Weltbank lobt Reformen in Deutschland Rahmenbedingungen für Firmen deutlich verbessert

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Düsseldorf In Deutschland haben sich die Rahmenbedingungen für Unternehmen im vergangenen Jahr so deutlich verbessert wie in keinem anderen hoch entwickelten Industrieland der Welt. Dies ist das Ergebnis einer Studie der Weltbank, in der die Standortfaktoren für Unternehmen in 155 Ländern der Welt miteinander verglichen werden. Bei der Arbeitsmarktregulierung wird Deutschland als weltweiter „Top-Reformer 2004“ gelobt. Die Untersuchung mit dem Titel „Doing Business 2006“ wird heute in Washington vorgestellt und liegt dem „Handelsblatt“ vor.

Bereits seit Monaten häufen sich Anzeichen, dass das Ansehen Deutschlands im Ausland steigt. Nach einer im Sommer veröffentlichten Umfrage der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young gehört Deutschland für ausländische Unternehmer zu den attraktivsten Standorten der Welt. Und das britische Wirtschaftsblatt „Economist“ widmete „Deutschlands überraschender Wirtschaft“ jüngst eine Titelgeschichte.

„Es hat sich ganz einfach etwas getan in Deutschland – insbesondere auf dem Arbeitsmarkt“, sagte Weltbank-Vizepräsident Michael Klein dem „Handelsblatt“. „Wenn man die Reformen in Deutschland mit denen anderer Länder vergleicht, dann war das relativ viel.“

Damit schafft Deutschland in diesem Jahr zum ersten Mal seit der ersten Weltbank-Studie vor zwei Jahren knapp den Einzug in die Top-20-Liste der Länder mit der wirtschaftsfreundlichsten Bürokratie. In der Weltbank-Bestenliste rangiert der Standort D auf Platz 19. Im vergangenen Jahr, als die Weltbank nur für die 20 besten Länder eine genaue Rangliste veröffentlichte, hatte Deutschland noch verheerend abgeschnitten – noch schlechter als Botswana und Thailand. In Deutschland waren zwar viele Reformen beschlossen, aber nicht in Kraft getreten.

Von den Top-Standorten Neuseeland, Singapur und USA ist Deutschland noch immer weit entfernt. Auch die skandinavischen Länder bieten Unternehmen laut Weltbank bessere Rahmenbedingungen als Deutschland. Von den großen EU-Ländern schneidet aber nur Großbritannien (Platz 9) besser ab.

Neben den Arbeitsmarktreformen lobt die Weltbank, dass es in Deutschland leichter geworden sei, sich selbstständig zu machen. Verbesserungen habe es auch bei der Durchsetzung von Verträgen und bei der Regulierung des grenzüberschreitenden Handels gegeben.ost/HB

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