Wirtschaft : Weltweit wettbewerbsfähig mit Umweltschutz

ABB baute Heizkraftwerk Berlin-Mitte / "Umweltreport" erstellt

BERLIN (alf).Umweltverträglichkeit und Wettbewerbsfähigkeit müssen keine Gegensätze sein.Schon gar nicht für den Kraftwerks- und Elektrokonzern ABB."Umwelt wird immer mehr zum Wettbewerbsfaktor", sagt ABB-Vorstand Wilfried Kaiser.Nur die Unternehmen, die ressourcenschonende Produkte und Technologien entwickeln, "werden auf Dauer wettbewerbs- und exportfähig bleiben".Und ABB werde dazugehören.In der vergangenen Woche stellte Kaiser den ersten "Umweltreport" der Mannheimer ABB AG in Berlin vor.Der Ort war gut gewählt: Im Bewag-Heizkraftwerk Mitte hat ABB in den letzten Jahren für 550 Mill.DM ein neues Kombikraftwerk gebaut.Mit zwei Gasturbinen und einer Gegendruck-Dampfturbine können nun 60 000 Wohnungen sowie rund 400 öffentliche Gebäude ­ etwa das Rote Rathaus ­ mit Wärme versorgt werden.Als Hauptbrenstoff wird russisches Erdgas verfeuert, als Reserve extraleichtes Heizöl vorgehalten. "Das Heizkraftwerk ist die Perle unter unseren Perlen", sagt Bewag-Vorstand Klaus Bechtold.Im Vergleich zur alten Anlage gebe es nun 80 Prozent weniger Staub, 76 Prozent weniger Schwefeldioxid und 48 Prozent weniger Stickoxide.Entscheidend aber, so Bechtold, sei der "außergewöhnlich hohe Wirkungsgrad": Der thermische Wirkungsgrad, also die Brennstoffausnutzung, liegt den Angaben zufolge bei knapp 90 Prozent.Diese "exzellente" Quote "macht das HKW Berlin Mitte zum derzeit effizientesten Heizkraftwerks Europas", sagt Bechtold. Das Kraftwerk versorgt seit 1964 den Ostteil der Stadt mit Fernwärme.Demnächt kommt der Potsdamer Platz hinzu.Entscheidend für die Leistung des neuen Kraftwerks war der Wärmebedarf der angeschlossenen Kunden.Strom fällt dabei gleichsam als "Nebenprodukt" an.Insgesamt hat die Bewag über 600 Mill.DM in das Werk zwischen Köpenicker Straße und Spree gesteckt.Die zwei neuen, rund 100 Meter hohen Schornsteine lösen den alten, 140 Meter hohen Kamin ab; der soll demnächst abgerissen werden.ABB-Vertriebsvorstand Kaiser betonte die Effizienz des neuen HKW.Dem weltweit tätigen Konzern gehe es darum, "mit moderner Technik umweltfreundlich Energie zu erzeugen".Zwar werde Umweltschutz noch häufig als Kostenfaktor gesehen."Doch nichts ist teurer als unterlassener Umweltschutz", so Kaiser.Mit dem Umweltreport betont ABB Öko-Engagement.Von den über 50 ABB-Standorten in Deutschland sei inzwischen mehr als die Hälfte mit dem Öko-Standard auditiert.Seit 1996 verzichte ABB auf PVC als Isoliermaterial, der Kupferverbrauch bei der Kraftwerksautomatisierung wurde um 40 Prozent vermindert.Als weiteres Beispiel nennt der Konzern Transformatoren für Lokomotiven, die nur noch mit biologisch abbaubarem Öl befüllt werden.ABB Mannheim ist in die Bereiche Stromerzeugung, -übertragung und -verteilung, sowie Industrie und Gebäudeausrüstung organisiert.1996 wurde mit 27 000 Beschäftigten eine Umsatz von 8,6 Mrd.DM erzielt.

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